Denkmalpflege

Wie ein Fels in der Brandung: Das Basler Münster wacht seit 1000 Jahren über Basel

Am 14. September feiert ganz Europa seine Denkmäler. Die europäischen Denkmaltage finden seit 1994 auch in der Schweiz statt. In Basel ist das Angebot an Besichtigungen rund um das Münster besonders vielfältig. die bz präsentiert die Highlights.

Basel spielt seit einem Jahrtausend eine zentrale Rolle in der europäischen Geschichte. Hier haben Reformatoren den Glauben neu erfunden, Heere den Rhein überquert und jüdische Denker den Zionismus erfunden. Im historischen Tumult blieb eines bestehen: das Münster auf dem Hügel über dem Rhein wie ein Fels in der Brandung. Am europäischen Tag des Denkmals am kommenden Samstag werden Besichtigungen angeboten, um das geschichtsträchtige Gebäude aus allen Blickwinkeln zu entdecken.

Die europäischen Denkmaltage finden seit 1994 in der Schweiz am zweiten September-Wochenende statt und ziehen jährlich über 60 000 Personen an. Zum 1000-Jahr-Jubiläum des Münsters ist das Angebot an Besichtigungen besonders vielfältig. Die bz präsentiert einige Highlights. 

 

Führung zur Baugeschichte

Von der Einweihung in Anwesenheit des deutschen Kaisers 1019 bis hin zu den Um- und Anbauten, die bis ins 19. Jahrhundert gesellschaftliche Konstellationen spiegeln: Die Baugeschichte des Münsters erzählt auch diejenige von Basel und Europa. Die Denkmalpflege lädt zu einem architektonischen und historischen Rundgang ein.

Basler Münster

Einblick in die tausendjährige Geschichte des Münsters, die auch die Geschichte Europas erzählt.

Basler Münster



 

Das Münster und das Beben

Das Erdbeben von 1356 zerstörte die Gewölbe, die oberen Mauern und die fünf Türme des romanischen Münsters. Auf dieser Tour durch und über das Münster folgen die Besucher den Spuren des Erdbebens, die noch heute deutlich erkennbar sind, und des darauf folgenden Wiederaufbaus. 

Der Basler Historienmaler Karl Jauslin hat das apokalyptische Beben vom 18. Oktober 1356 künstlerisch festgehalten.

Der Basler Historienmaler Karl Jauslin hat das apokalyptische Beben vom 18. Oktober 1356 künstlerisch festgehalten.



 

Eine geheimnisvolle Krypta

Im Lauf der Reformation vergessen, vernachlässigt und im 19. Jahrhundert gar zugeschüttet: Während Bauarbeiten in den 1970er-Jahren wurde eine 1200-jährige Krypta unter der Vierung wiederentdeckt. Sie geht auf die Zeit Karls des Grossen zurück. Im Jubiläumsjahr wird sie nun endlich dem Publikum zugänglich gemacht (die bz berichtete). Auf den Mauern projizierte Filmausschnitte sowie Exponate aus Bischofsgräbern machen ihre Geschichte sinnlich erfahrbar.



 

Ab ins Dach

Eine Besichtigung wird das Publikum durch das Balkenwerk des Gotteshauses, zwischen Kirche und Himmel, führen. Hier erwartet den Besucher jedoch kein Wald aus Holzbalken und Sparren, sondern ein schlichtes Metallgestänge. Im späten 19. Jahrhundert hat man nämlich wegen Brandgefahr den hölzernen Dachstuhl ersetzt. Dies ermöglicht einen freien Blick von den Querhausgiebeln bis zum Chor.

1888 wurde der bis dahin hölzerne mittelalterliche Dachstuhl des Basler Münsters durch Stahlträger ersetzt.

1888 wurde der bis dahin hölzerne mittelalterliche Dachstuhl des Basler Münsters durch Stahlträger ersetzt.



 

Spätgotik im Schürhof

Auf dem Münsterhügel gibt es neben dem Münster weitere historisch relevante Gebäude, wie zum Beispiel das einzige Haus am Münsterplatz mit erhaltenem mittelalterlichem Erscheinungsbild. Der untere Teil des Schürhofes geht auf das 13. Jahrhundert zurück. Zeitweilig war es die Residenz des Bischofs.

Am europäischen Tag des Denkmals enthüllt das Basler Münster die vielen Geschichte seines 1000-jährigen Bestehens.

Zeitweilig war dieses Gebäude die Residenz des Bischofs.

Am europäischen Tag des Denkmals enthüllt das Basler Münster die vielen Geschichte seines 1000-jährigen Bestehens.



 

Barocke Pracht auf dem Hügel

Den Ramsteinerhof an der Rittergasse liess der reiche Burckhardt-Zaeslin im 18. Jahrhundert errichten. Das Gebäude behielt vom Hof nur den Namen und ist eher ein prunkvoller Palast, der heute noch von der Familie Albrecht bewohnt wird. Diese öffnet am Samstag die Türen zu ihrem prachtvollen Zuhause.

Am europäischen Tag des Denkmals enthüllt das Basler Münster die vielen Geschichte seines 1000-jährigen Bestehens.

Wohlgeformter Barock: Das Haus zum Delphin an der Rittergasse

Am europäischen Tag des Denkmals enthüllt das Basler Münster die vielen Geschichte seines 1000-jährigen Bestehens. 

Details zu den Rundgängen können online nachgelesen werden auf
www.denkmalpflege.bs.ch

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