Pestizide oder Bio

Wie lässt sich die Weltbevölkerung auf Dauer ernähren?

Der Blick in ein Forschungslabor von Syngenta. (Archiv)

Der Blick in ein Forschungslabor von Syngenta. (Archiv)

Heute Freitag löst der Kanton Basel-Stadt ein Versprechen ein: Eine breite Diskussion zwischen Syngenta und Bio-Spezialisten über die Frage, wie sich der Planet Erde ernähren lässt.

Anfang Monat ist die Weltausstellung in Mailand eröffnet worden. Seither pilgern Besucher aus aller Welt in den Pavillon der Schweiz, wo auch Basel auf sich aufmerksam macht. Die Präsenz von Basel wird von der Basler Firma Syngenta unterstützt: In ihrem Ausstellungsraum beleuchtet Syngenta «die Herausforderungen der Ernährungssicherheit» und «thematisiert die Bedeutung von Innovationen und Partnerschaften für die nachhaltige Weiterentwicklung der Landwirtschaft», wie die Firma selbst mitteilt.

Dass Basel sich den Auftritt von der Agrochemie-Firma mitfinanzieren lässt, hat dem Kanton viel Kritik eingebracht. Kritik, die an der Expo selbst nicht sichtbar werden kann, weil die Kritiker im Pavillon nicht zu Wort kommen.

Kritik an der Generalversammlung

Umso heftiger wurde die Kritik in Basel laut. So ergriff an der Generalversammlung von Syngenta vergangene Woche ein Abgeordneter aus Kauai, Hawaii, das Wort und prangerte Syngenta an. Die Firma würde bis ganz nahe an die Wohngegenden Pestizide verspritzen und damit die Gesundheit der Bewohner und insbesondere der Kinder gefährden. Solches dementiert Syngenta natürlich vehement. Die Aktivitäten auf Hawaii würden schon von den zuständigen Behörden in den USA und ihren Teilstaaten streng überwacht und reguliert.

Die kritische Auseinandersetzung mit der Frage, wie sich die Weltbevölkerung ernähren lässt, holt der Kanton jetzt in Basel nach mit einer prominent besetzten Podiumsdiskussion. Die Universität Basel und das Präsidialdepartement des Kantons Basel-Stadt laden auf 18.15 Uhr in die Aula der Universität Basel ein. Nach einer Begrüssung durch Uni-Rektor Antonio Loprieno und einer Einleitung von Regierungspräsident Guy Morin diskutieren:
  • Maya Graf, Landwirtin und Nationalrätin (Grüne Partei, BL)
  • Prof. Niggli, Direktor des Forschungsinstituts für Biologischen Landbau (FiBL)
  • Achim Walter, Institut für Agrarwissenschaften der ETH Zürich
  • Juan Gonzales-Valero, Head Public Policy and Sustainability Syngenta
  • Martin Rufer, Leiter Departement Produktion, Märkte und Ökologie und Geschäftsleitungsmitglied des Schweizer Bauernverbands (SBV)

Moderiert wird das Podium von Matthias Zehnder, Chefredaktor der bz Basel. Rund 8 Milliarden Menschen leben auf der Welt. 870 Millionen Menschen, also mehr als 10 Prozent, sind unterernährt oder haben Hunger.

Im Zentrum der Diskussion wird die Frage stehen, ob die Landwirtschaft sich künftig stärker industrialisieren muss, um die steigenden Bedürfnisse der Weltbevölkerung befriedigen zu können, oder ob das gerade der falsche Weg ist, der Königsweg also in einer kleinzelligen Bio-Landwirtschaft liegt, die den Boden weniger intensiv bewirtschaftet und deshalb pro Fläche weniger Ertrag erzielen kann.

Diese Fragen stellen sich im Übrigen nicht nur in Bezug auf die Weltbevölkerung, sondern auch auf die Schweiz: Unser Land kann sich schon lange nicht mehr selbst ernähren.

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