Die Basler Grenzwächter konnten diese Woche gleich zwei hohe Falschgeld-Beträge sicherstellen. 1800 Euro wurden am Sonntag beim Bahnhof SBB einem Tunesier abgenommen, der versucht hatte, mit gefälschten 50-Euro-Scheinen zu bezahlen. Blüten im Wert von 6100 Euro wurden am Montag beim Grenzübergang Basel-Lsybüchel einem illegal einreisenden Türken abgenommen. Er hatte mehrere gefälschte 500-Euro-Scheine bei sich.

Patrick Gantenbein von der Grenzwache Basel glaubt nicht an eine Häufung: «Es ist zu früh, um einen Trend festzustellen», sagt er. Interessant seien an beiden Fällen innert zwei Tagen die aussergewöhnlich hohen Geldbeträge. Vor einer Blütenflut braucht man sich nicht zu fürchten. In Relation zum Gesamtvolumen aller Banknoten, welche im gesamten Euro-Raum im Umlauf sind, fügt Gantenbein an, sei die Anzahl der falschen Euroscheine marginal. «Ich rate aber dennoch, achtsam zu sein.»

Mehr Euro-Blüten gefunden

Eine Anfang Woche veröffentlichte Studie der Europäischen Zentralbank (EZB) bestätigt Gantenbeins Aussage. 2013 wurden im Euroraum rund 670 000 falsche Euro-Banknoten mit einem Nennwert von knapp 33 Millionen Euro aus dem Umlauf genommen. Das entspricht zwar einer Zunahme von 26 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im Verhältnis zur Gesamtzahl von 15 Milliarden Euro-Geldscheinen ist dies allerdings immer noch ein geringer Anteil. Europaweit betrafen mehr als drei Viertel der Fälschungen 20- und 50-Euro-Noten. Die EZB betont in der Studie aber, dass für Verbraucher eine sehr niedrige Gefahr bestehe, mit Blüten in Kontakt zu kommen.

Simpler Trick für Selbstschutz

Gantenbein hat für Laien dennoch eine simple Regel, um sich ohne Hilfsmittel vor Falschgeld zu schützen: «Sie nennt sich fühlen, sehen, kippen.» Die Fachpresse wie auch die EZB empfehlen diese ebenfalls.

Fühlen – die Note richtig greifen und abtasten. Echte Noten bestehen zu 98 Prozent aus Baumwolle und haben durch den Stichtiefdruck ein Relief. Dies kann man bei der Wertzahl oder auch bei den Buchstaben EZB fühlen. Das Papier von Blüten ist hingegen meist glatt und lappig. Zudem färben viele Falschnoten ab.

Sehen – im Gegenlicht sollten bei allen Noten ein Bildwasserzeichen, ein Sicherheitsfaden und eine unvollständige Zahl zu sehen sein, sowohl auf der Vorder- wie auch Rückseite.

Kippen – auf der Vorderseite aller Noten sollte ein Hologramm mit verschiedenen Motiven, je nach Betrachtungswinkel, erscheinen. Auf der Rückseite gibt es bei Fünf- bis 20-Euro-Scheinen einen Glanzstreifen, bei Geldscheinen ab 50 Euro eine Zahl, deren Farbe beim Kippen wechselt.

Ist man der Meinung, eine Blüte angedreht bekommen zu haben, müssen sofort die Polizei oder zuständige Amtspersonen der Grenzwache, Bahnpolizei oder Sicherheitsdienst informiert werden.

Mit Euro-Noten nicht vertraut

«Die Grenzregion Basel ist in einer besonderen Situation», sagt Gantenbein, da eigentlich überall mit Euro bezahlt werden könne. Den meisten Baslern fehlten aber Vertrautheit und Sensibilität mit Euronoten, den Hauptbezug hat man zur eigenen Landeswährung. «Ich denke, es ist für Personen mit kriminellen Absichten deshalb interessant, ihre Blüten hier in der Schweiz los zu werden.» 2013 hatte die Grenzwache einige wenige Fälle in der Nordwestschweiz, meistens mit 50-Euro-Scheinen. Mit US-Dollars oder Schweizer Franken gab es keine Fälle. In der Regel ging es um zwei bis drei Banknoten.