Wer früher seine Vorfreude auf die Fasnacht kaum zügeln konnte, lud am Wochenende vor der Fasnacht einige Gäste zu sich. Zu einem Essen servierte der Gastgeber einen Schnitzelbangg, dazu vielleicht noch ein Pfeifergrüppchen, sofern das die Nachbarn tolerierten. Üblicherweise fand diese Veranstaltung zu Hause statt, was ihnen auch den Namen verlieh: die Stubete.

Inzwischen gibt es über die Stadt verteilt verschiedenste Anlässe, die sich so nennen, ihrem Namen aber nicht mehr wirklich gerecht werden. Inzwischen gibt es gar Schnitzelbänggler selbst, die ihre eigene Vorfasnacht abhalten. Die «Aabrennte» halten seit 2005 ihre eigene Stubete ab. Damals noch in ihrer WG: «Der Grund war ursprünglich, dass wir unseren Verwandten und Freunden die Möglichkeit geben wollten, uns live zu sehen», sagt einer der Schnitzelbänggler.

Inzwischen findet der Anlass öffentlich, im Sud statt, kostet zwischen 24 und 37 Franken Eintritt und hat ein Line-Up, nach dem sich auch ein Charivari die Finger lecken würde. Acht Spitzenbängge, darunter auch das «Rollator Röösli» oder «D Muulwiirf», eine Brass Band, eine All Stars Trommelgruppe der AGB, ein Pfyffergrüppli der Naarebaschi und eine Sopranistin namens «Placenta Domingo» unterhalten während zwei Stunden ein Publikum von 240 Personen.

Die Stubete ist längst ausverkauft. Wie übrigens auch viele andere dieser Anlässe. So auch im Theater Arlecchino. An vier Vorstellungen in zwei Tagen treten dort bekannte Namen wie der «Doggder FMH» oder der «Singvogel» auf. «Wir sind seit Monaten ausgebucht, die Vorstellungen sind ein grosser Renner», sagt Theaterleiter Thomas Luterbacher.

Ebenfalls schon zur Tradition geworden ist die Aktion «Schnitzelbängge singen für rumänische Heimkinder», welche jeweils am Aschermittwoch stattfindet. Der Vorverkauf dauerte gerade mal 18 Stunden.

Eine der grössten Stuubede – die Schreibweise variiert zuweilen – organisiert die Christkatholische Kirche. «Sie entstand aus dem ursprünglichen Bedürfnis zweier Schnitzelbängg, vor dem Auftritt am Drummeli die Verse vor Publikum auszuprobieren», sagt Helmut Zimmerli. Ganze sieben Abende dauert diese Vorfasnacht. Eines zumindest ist geblieben: Kommerziell lohnen sich die Veranstaltungen trotz grossem Aufwand kaum.

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