FC Basel
Wie sieht die Zukunft von Aleksandar Dragovic in Basel aus?

Aleksandar Dragovic ist immer noch FCB-Spieler – vor einem Monat schien dies unmöglich. Viel wurde spekuliert über den Weggang des Abwehrchefs. Erst am Wochenende lehnte er ein Millionen-Angebot aus Kiew ab. Doch wie lange belibt Drago noch beim FCB?

Sebastian Wendel
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Unterschreibt weiterhin auf Autogrammkarten des FC Basel: Aleksandar Dragovic.

Unterschreibt weiterhin auf Autogrammkarten des FC Basel: Aleksandar Dragovic.

Kefalas/Keystone

Rückblende: Ende Juni weilt der FC Basel im Trainingslager in Rottach-Egern. Doch statt der anwesenden Spieler interessieren plötzlich vielmehr jene, die noch in den Ferien weilen. Präsident Bernhard Heusler verrät der «Nordwestschweiz», dass der Klub auf dem Transfermarkt an vorderster Front aktiv sei. Auf der Einkaufsseite beginnen die intensiven Bemühungen um eine Rückkehr von Mittelfeldstratege Matias Delgado. Gleichzeitig
bestätigt Heusler Verhandlungen mit Inter Mailand über einen Transfer von Innenverteidiger Aleksandar Dragovic.

Einen Monat später hat Delgado längstens in Basel unterschrieben, Anfang nächster Woche soll der Argentinier ins Training einsteigen und laut Murat Yakin eventuell schon in der Champions-League-Qualifikation, die für den FCB am Dienstag, 30. Juli, 19.00 Uhr, mit einem Heimspiel beginnt, zu einem Teileinsatz kommen.

Die Vollzugsmeldung in der Akte Dragovic lässt hingegen weiter auf sich warten. Zur Überraschung vieler – hat man die Geschwindigkeit, mit der schliesslich der Delgado-Deal perfekt gemacht wurde, doch eher bei Dragovic erwartet. Der FCB und Inter sind sich mündlich seit Wochen einig, auch Dragovic hat sein Einverständnis zu einem Wechsel nach Italien gegeben. Doch auf dem Papierweg ist man keinen Schritt weiter als vor einem Monat.

Eine schriftliche Offerte für Dragovic, die der FCB braucht, um einen Verkauf ins Rollen zu bringen, ist dafür letzte Woche aus Kiew eingetroffen. Das Gebot von Dynamo war hoch genug, doch der Innenverteidiger stand am Sonntag beim 1:1 gegen Zürich auf dem Platz.

Warum? «Das Angebot war finanziell sehr lukrativ. Doch Geld spielt derzeit keine Hauptrolle in meinem Karriereplan», sagte Dragovic dem österreichischen «Kurier». Anerkennung gab es für diesen Vernunftsentscheid von Trainer Murat Yakin. Früher ebenfalls Innenverteidiger und dauernd umworben von ausländischen Vereinen, steht er seinem Nachfolger im FCB-Dress jederzeit zur Seite.

«Dragos Zeit wird kommen, er hat keinen Druck», sagt Yakin. Wie er bei Kiew mit der tiefen sportlichen Attraktivität argumentierte, hat er mit Dragovic auch über den Wechsel zu Inter Mailand gesprochen. «Er darf mit seiner Klasse nicht Verteidiger fünf oder sechs sein.» Genau dieses Los droht dem Österreicher bei den Italienern, wo sich zurzeit sieben Innenverteidiger tummeln. Und wohl weiter werden.

Nachfolger steht bereit

Mittlerweile scheint ein Transfer nach Mailand weit weg. Inters Hinhalte-Taktik dürfte Dragovic verärgern, die Lust auf den FCB ist aber immer noch gross. Ganz nach dem Motto: Mailand oder Madrid? Hauptsache Basel. «Ich habe immer betont, dass ich mich hier sehr wohlfühle. Wir wollen wieder in die Champions League, das ist ein grosser Anreiz», sagt der 21-Jährige. Den Verbleib seines Abwehrchefs bedeutet das für den FCB bei weitem nicht. Bereits liegt das nächste konkrete Angebot auf dem Tisch von Sportchef Georg Heitz. Rein geografisch dürfte es die Aufmerksamkeit von Dragovic wecken, stammt es doch von einem Klub aus Westeuropa.

Für den Fall, Dragovic doch noch zu verlieren, scheint alles klar. Als Nachfolger steht der Bulgare Ivan Ivanov (25) bereit, der schon auf
Europacup-Einsätze mit Partizan Belgrad verzichtet, um für den FCB in der Champions-League-Quali spielberechtigt zu sein.

Abgesehen vom Fall Dragovic, der die Klubverantwortlichen bis zum Ende des internationalen Transferfensters am 31. August beschäftigen dürfte, ist Ruhe eingekehrt. «Wir planen zurzeit keine Veränderungen mehr», sagt Georg Heitz.

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