Der Aufschrei unter dem Basler (Ausgangs-)Volk war laut, als bekannt wurde, dass die Swisscom im 2019 alle Publifone in der Nordwestschweiz abbaut. Dazu gehört jene Vierer-Kabine am Barfüsserplatz mit den blauen pyramidenförmigen Spitzen, die seit Jahrzehnten als der Treffpunkt in der Stadt gilt.

Obschon der Kanton in keiner Weise begeistert ist von der Idee, die Telefonkabinen umzunutzen, damit sie bestehen bleiben, fragte die bz die Leserschaft, wie das Häuschen weiterbetrieben werden könnte. Die Resonanz war gross: Rund 70 Vorgingen bis gestern via Facebook und E-Mail ein. «Ich schlage vor, die Kabinen als Bücherstände zu verwenden, wie ich einen in Lörrach-Stetten gesehen habe», schreibt Rudolf Hopmann. «Jeder kann sich dort etwas zum Lesen aussuchen oder deponieren, jede Kabine könnte einem Spezialfach gewidmet sein, wie Krimis, Belletristik, Kinderbücher oder Sachbücher.» Der Vorschlag der Büchertauschbörse wurde am meisten genannt. Auch in Reinach gebe es bei der Mischeli-Kirche so einen Bring- und Holservice, schreibt Irma Steinmann: «Eine sehr gute Sache, ökonomisch und kulturell.»

Ort der Ruhe – oder ein Café?

Andere Leser finden, in den Kabinen sollte durchaus ihre ursprüngliche Funktion spürbar bleiben. So schreibt Sarah Catrein: «Man könnte spannende Geschichten über Basel laufen lassen, wenn man den Hörer abhebt. Das wäre einzigartig und würde die Geschichte dieser Stadt sowohl Einheimischen als auch Touristen näherbringen.» Dominique Thommy würde in den Kabinen derweil lieber Bücher hören: «Die Kabinen werden als Literatur-Telefone genutzt. Beim Einwurf einer x-beliebigen Münze kann ein Beitrag einer gewählten Literaturgattung gehört werden.»

Kulinarische Ideen schwangen auch obenauf. Dominik Glas etwa postete auf Facebook ohne Worte ein Bild von Wienerli und Bratwürsten auf dem Grill. Und Priska Kaufmann und Erna Elyes-Bauer schwebt ein kleines Café mit Stehbar vor, wo man auf die Kollegen warten könne.
Theologin Monika Hungerbühler scheint sich derweil den direkten Draht zu Gott zu wünschen: «Einen Ort der Unterbrechung, wenn man im Schuss ist, einen Ort der Stille im Trubel der Stadt.» Jede Kabine könnte von einer Religionsgemeinschaft betreut werden. Eher weltlich-praktisch veranlagt ist Philip Whitfield: Er wünscht sich eine Handy-Ladestation.

Einige Voten setzen sich für «einen kleinen Kunstraum und Kunsttraum» ein, wie es Claude-Antoine Héman nennt. Yvonne Caraco präzisiert: «Künstler gestalten die Glasvitrinen mit unterschiedlichste Inhalten.» Ähnliches schwebt Hansruedi Steiner vor, «Schaukästen» mit typisch baslerischen oder ereignisbezogenen Sujets wie der Fasnacht. Angetan sind wir von der Idee von Melanie Brêchet: «Eine Mini-Bühne für Strassenkünstler. Quasi ein ‹Open Stage› für Kleinkunst.»

Natürlich waren auch weniger ernst gemeinte Vorschläge darunter, die wir Ihnen nicht vorenthalten wollen: eine Zeitmaschine, ein Personenlift (wohin bloss?), oder ein Mini-Ozeanium, wahlweise mit Plastikabfall als Mahnmal oder mit Goldfischen gefüllt. Hauptsache, «die Telefonkabinen bleiben da», wie ein User auf Facebook schreibt.