Wie wär´s mit einer ägyptischen Alabasteramphore? Oder einer schönen römischen Stele mit Szenen eines Totenmahls und des Abschieds? Falls Ihnen aber ein ägyptischer Salblöffel, datiert auf 850 vor der Zeitwende, in die Augen sticht, der ist für 65 000 Franken zu haben …

Seit gestern ist die Messe für die Kunst der mittelmeerischen antiken Kulturen, The Basel Ancient Art Fair, kurz BAAF, bis kommenden Mittwoch in der Reithalle des Riehener Wenkenhofs für das interessierte und kaufkräftige Publikum geöffnet.

Schutz vor zweifelhaften Händlern

Diese Messe gibt es seit zehn Jahren, und sie ist in dieser Zeit zur führenden Antikmesse geworden, wie die Initiatoren Robert R. Bigler und Vincent J. Geerling voller Stolz bei der Pressepreview sagten. Wobei die singuläre Qualität der Exponate nur das eine ist, das andere, und sicher Entscheidende, ist die Seriosität der Händler. In einem grauen Markt, auf dem die Provenienz gehandelter Antiken nicht immer zweifelsfrei ist, ist absolute Verlässlichkeit für Käufer und Verkäufer unerlässlich. Darum sind die 17 Aussteller aus der Schweiz, Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, den Niederlanden und den USA sämtlich Mitglieder der IADAA, der International Association of Dealers in Ancient Art. Dieser Zusammenschluss von gegenwärtig vierzig Händlern bürgt für die Echtheit und lückenlose Provenienz der gezeigten Exponate. Dazu kommt, wie Bigler sagte, dass das 2005 in Kraft getretene Kulturgütertransfergesetz dem Standort Schweiz nicht, wie anfangs befürchtet, geschadet, sondern ihn zusätzlich attraktiv gemacht hat.

Erschlagendes Angebot

Als Laie und Liebhaber schöner Antiken wird man von der Fülle der Exponate geradezu erschlagen, denn jenseits allen Kommerzes demonstrieren sie, wie vielfältig in gestalterischer und ästhetischer Hinsicht die Kulturen der Mittelmeerregion waren. Ob nun marmorne Statuen und Statuetten, kleine oder grosse Torsi, alle Art von Schmuck, Amphoren in bald jeder Grösse, römisch-republikanische- aber auch griechische Männerköpfe, farbige ägyptische Masken, falkenköpfige Gottheiten, die Basis einer ägyptischen Königinstatue, koptische Stoffe, Mumienmasken oder Papyrusreste mit Textfragmenten aus Homers «Ilias» und «Odyssee». – der Besucher kann sich an allem erfreuen, und falls er etwas erwerben will, hat er die Qual der Wahl.

Saftige Preise

Und wenn er in ihr zugleich seinen Geldbeutel befühlt, kann er wählen, ob er für 5900 Franken eine kleine farbige griechische Mänade oder eine makellos gearbeitete Königsbüste aus der frühen Ptolemäerzeit für 250 000 Franken kaufen will. Wer sich aber das Vergnügen zu schauen erhalten will, kann sich damit trösten, dass der Preis oft verschwiegen und nur «auf Anfrage» genannt wird. Gesamthaft gesehen aber erstaunt, was für herrliche Antiken heute im Handel sind.

Reithalle im Riehener Wenkenhof: The Basel Ancient Art Fair. Bis 13. November, täglich von 11 bis 19 Uhr. Für den Eintritt gilt der Museumspass.