Fahrausweis weg

Wieder illegales Autorennen von Schweizern auf deutscher Autobahn: 20-Jähriger gefasst, Kollege floh

Mercedes C220 d T-Modell. Ob es beim Rennen das gleiche Modell war, ist nicht bekannt.

Samstagnacht haben sich zwei Personen mit hochmotorisierten Autos zwischen dem Autobahndreieck Weil am Rhein und Efringen-Kirchen ein Rennen geliefert. Der 20-jährige Fahrer eines Mercedes AMG konnte angehalten werden, ein BMW-Fahrer wird noch gesucht.

Auf der Autobahn nebeneinander fast zum Stillstand kommen, dann aber mit Vollgas durchstarten - so laufen illegale Autorennen. Jahrelang hatten sich junge Schweizer, oft mit Migrationshintergrund, in Weiler Quartier Friedlingen getroffen, um von dort auf die nahe Autobahn A 5 zu fahren. Auf den gut zehn Kilometern zwischen der Grenze Weil am Rhein / Basel bis Ausfahrt Efringen-Kirchen gibt es keine Geschwindigkeitsbegrenzung. Hier kann man seine hochmotorisierten Autos voll ausfahren.

Nachdem es in den letzten Jahren ruhiger geworden war um die illegalen Autorennen – der Polizei ist aus dem letzten Jahr nur ein Fall bekannt - ging es vermutlich aufgrund des schönen Wetters am vergangenen Wochenende wieder los. Laut einer Medienmitteilung der Lörracher Polizei teilten ihr in der Nacht von Freitag auf Samstag, 25. Mai, gegen 1:15 Uhr mehrere Verkehrsteilnehmer mit, dass sich zwei hochmotorisierte Autos auf der A 5 offensichtlich ein Rennen lieferten. Beide kamen laut Auskunft von Polizei-Mediensprecher Jörg Kiefer aus der Schweiz.

AMG-Fahrer gefasst, BMW-Fahrer floh

In der Mitteilung heisst es: «Unmittelbar hierauf entdeckte die Autobahnpolizei die beiden Fahrzeuge und nahm auch wahr, dass diese nebeneinander auf der Autobahn fuhren und die Fahrer ihre Fahrzeuge stark abbremsten.» Danach seien die Autos wieder stark beschleunigt worden. «In der Folge konnte ein Mercedes AMG angehalten und der 20-jährige Fahrer kontrolliert werden.». Das zweite Fahrzeug, bei dem es sich um einen BMW handelte, erwischte die Polizei allerdings nicht. «Die Ermittlungen hierzu dauern an.»

Die Polizei beschlagnahmte den Fahrausweis des Mercedes-Fahrers. Dies war bis zur Änderung des deutschen Strafgesetzbuches bisher nicht möglich. Ausserdem musste er, weil er Ausländer war, eine Kaution von 1000 Euro hinterlegen, um zu verhindern, dass er sich dem Verfahren entzieht. Der Fahrausweis geht an die Staatsanwaltschaft. Schliesslich entscheidet ein Richter, ob der fehlbare Fahrer ihn bis zum Verfahren wieder erhält. In der Schweiz hat er kein Fahrverbot, in Deutschland dagegen sehr wohl.

Den BMW-Fahrer versucht die deutsche Polizei nun mit Hilfe eines Rechtshilfeverfahren und der Schweizer Behörden zu ermitteln. Die beiden Raser waren erst in Richtung Norden bis zur Ausfahrt Efringen-Kirchen gefahren und hatte dort wieder gewendet, um Richtung Süden zur deutsch-Schweizer Autobahngrenze zu gelangen. Die Polizisten befanden sich während der Raserfahrt auf der Autobahnseite Richtung Norden. Weil es vor der Ausfahrt Efringen-Kirchen eine nicht öffentliche Behelfsausfahrt gibt, die sie nahmen, gelang es ihnen, zumindest den Mercedes-Fahrer dingfest zu machen.

Autor

Peter Schenk

Peter Schenk

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