Den Ostermontag im Zolli zu verbringen, diese Idee hatten geschätzte drei Viertel aller Basler Familien. Schon am Eingang tummeln sich die Familien. Drinnen verteilt sich das Publikum in verschiedene Richtungen.

Irgendwann aber zieht es fast alle Besucher zum renovierten Zolli-Restaurant, das in neuem Glanz erstrahlt: Die lange Treppe ist einer Wendeltreppe gewichen. Die untere Terrasse gibt es nicht mehr. Doch oben angekommen, stehen noch immer die zolli-typischen, roten Klappstühle und die grünen Tische.

Mehr Platz für Kinder

Die grosse Veränderung folgt erst, wenn man das 1935 erbaute Gebäude betritt: Der Saal wirkt heller und grösser. Die vielen Tische sind durch dunkle Holzwände voneinander abgetrennt, was auch den Lärmpegel leicht mindert. Trotzdem herrscht am Ostermontag das alt bekannte und vertraute Durcheinander.

Die Kinder schreien nach Pommes Frites und die Eltern beruhigen sich mit einer Tasse Kaffee. Die Wände sind hell gestrichen, die hohe, alte Decke und die grossen Fenster sind geblieben. Es wurde versucht, den Charme des ehemaligen Restaurants zu erhalten. Es ist aber schwierig, Wiedererkennungswert in der schlichten Einrichtung zu finden.

Das Selbstbedienungsrestaurant hat sein Angebot mit verschiedenen Wok-Gerichten und mehreren Pasta-Menüs erweitert. Und die Kinder können beruhigt sein: Die beliebten Zolli-Becher und das Kindermenü «Zolli Binggis» gibt es noch immer.

Ein weiteres Highlight für die kleinen Besucher ist die neue Spielecke mit Blick auf das Vogelhaus. Diese Erweiterung war möglich, da die Toiletten in das untere Stockwerk verlegt worden sind.

Umbau war dringend nötig

15 Monate dauerte der Umbau des Zolli-Restaurants. Am 1. April feierte das Restaurant seine Wiedereröffnung. Für das Team war es ein Sprung ins kalte Wasser, denn nur zwei Tage später wurden sie am Karfreitag von den Zolli-Besuchern überrannt: «Es war sehr stürmisch in den letzten Tagen», sagt Priska Anliker, Geschäftsführerin des Zolli-Restaurants.

Sie hätten keine Vorlaufzeit gehabt, um zu schauen, ob alles funktioniert. Einige negative Kritik habe das Zolli-Restaurant deshalb einstecken müssen: «Die Orientierung war ein Problem, denn ein paar Besucher fanden sich nicht mehr zurecht. Den meisten gefällt aber das neue Aussehen unseres Restaurants», erzählt Anliker weiter.

Der Umbau sei zudem nicht nur wegen den optischen Mängeln dringend nötig gewesen. Auch die technische Ausstattung des Hauses und die Einrichtung der Küche seien renovierungsbedürftig gewesen.

Die Kinder in der Spielecke wirken zufrieden mit dem kinderfreundlichen Restaurant. Der achtjährigen Samira fehlen im neuen Restaurant lediglich die Tiere: «Die Wände sind einfach nur Weiss. Das ist langweilig.»

Ihr zehnjähriger Bruder Luca hat nichts zu kritisieren: «Mir gefällt das Restaurant und die Pommes sind immer noch sehr gut.» Der Wunsch von Samira wird in rund eineinhalb Jahren wenigstens zum Teil erfüllt: Dann sollte das neue Elefantenhaus mit dem weitläufigen Aussengehege fertiggestellt sein. Im Restaurant hat es ein Panoramafenster, von wo aus die Restaurantgäste die Dickhäuter dann beobachten können.

Anfangs Juni veranstaltet der Zolli im Rahmen der Zoonacht ein zweitägiges Sommerfest. Bis dahin soll auch der Umbau des Foyers im ersten Stock und der Schulungsräume im Parterre fertig sein.