Mehrere tausend Mal wurde die Daniel-Buess-Vermisstenmeldung der Basler Staatsanwaltschaft auf Facebook geteilt und entsprechend oft kommentiert.

Die zahlreichen Kommentare, darunter auch solche von Freunden und Angehörigen, bringen etwas Licht ins Dunkle dieses ungewöhnlichen Falls. Und sie stellen kritische Fragen zum Polizeieinsatz.

Eine grosse Menge Bargeld?

Mehreren Einträgen zufolge wurde der 40-jährige Schlagzeuger vor seinem Verschwinden in den frühen Morgenstunden des 7. Februars in stark alkoholisiertem Zustand im Basler Rotlichtmillieu gesehen. Ebenfalls mehrfach erwähnt wird der Umstand, dass Buess während seines Aufhalts grössere Mengen Bargeld abgehoben und ausgegeben haben soll. Die Basler Staatsanwaltschaft nimmt zu diesen Spekulationen keine Stellung.

Kriminalkommissär Peter Gill bestätigt jedoch, dass am Montag bei der Polizei eine Vermisstenanzeige eingegangen sei. Als die ersten Fahndungsversuche erfolglos blieben und nicht ausgeschlossen werden konnte, dass dem Mann etwas zugestossen war, hat die Kriminalpolizei der Staatsanwaltschaft in der Folge eine Sonderkommission eingesetzt. Diese habe am Donnerstag eine grosse Durchsuchungsaktion im Bereich der Kaserne (Webergasse, Ochsengasse, Klingental etc.) durchgeführt und mehrere Personen einvernommen. Zudem seien auch zwei Personensuchhunde Kantonspolizei Bern eingesetzt worden.

+++ DANIEL BUESS WIRD VERMISST +++DRINGENDER ZEUGENAUFRUF AUS BASEL-STADTAPPELL AN ALLE AUF FACEBOOK: BITTE TEILEN &...

Posted by polizeiticker.ch on Donnerstag, 11. Februar 2016

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Dass erst vier Tage nach Eingang der Vermisstenmeldung eine Durchsuchung angeordnet wurde, wird in den Kommentaren zur Facebook-Vermisstenmeldung mehrfach scharf kritisiert. Laut Gill sei dies aber nicht aussergewöhnlich und es bedeute auch keinesfalls, dass nicht schon vorher intensiv nach Buess gesucht worden sei. «Die Hunde können die Spur einer Person auch noch nach mehreren Tagen aufspüren», sagt Gill.

Die Staatsanwaltschaft hat gleichzeitig zur Durchsuchungsaktion auch eine Vermisstenmeldung inklusive Foto an sämtliche Schweizer Medien verschickt und eine Sonderkommission eingesetzt – beides kommt laut Gill nur «sehr selten» vor.

Sehr viele Rückmeldungen

Die Medienmitteilung sowie die tausendfach weiterverbreitete Facebook-Vermisstenmeldung habe zu einer grossen Anzahl Rückmeldungen aus der Bevölkerung geführt. «Je bekannter eine Person ist, desto grösser ist die Resonanz auf eine Vermisstenmeldung», sagt Gill.

Bei Daniel Buess, der in zahlreichen Bands spielt und ein entsprechend grosses Netzwerk im In- und Ausland hat, seien sehr viele Rückmeldungen eingegangen – was ein Vorteil sei für die Ermittlungen. «Wir sind froh um jeden Hinweis und gehen sämtlichen Hinweisen nach», sagt Gill.

Die Sonderkommission ist gemäss Gill letzte Woche aufgelöst worden und der Fall sei der Fachgruppe Leib und Leben übergeben worden. Dies sei aber das normale Vorgehen und heisse keinesfalls, dass nun weniger intensiv nach Buess gesucht werde.