Kommentar zum Windräder-Nein
Wende ja, einfach nicht bei uns

Windräder sind zu laut. Windräder gefährden Vögel. Windräder versperren die Aussicht – gegen solche Einwände hatten die Befürworter des Windkraftprojekts beim Hardwald keine Chance und unterlagen an der Muttenzer Gemeindeversammlung deutlich.

Bojan Stula
Bojan Stula
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Muttenz will von Windkraft nichts wissen.

Muttenz will von Windkraft nichts wissen.

Symbolbild: Imagebroker/Lilly / www.imago-images.de

Da konnten die Windkraft-Befürworter noch so eindringlich an die Signalkraft des Projekts im Sinne der Energiewende appellieren und an die Millionen von Jugendlichen – unsere Kinder – erinnern, die genau diese Energiewende wollen und dafür bereit sind, auf den Strassen zu demonstrieren: Tatsache ist, dass ein weiteres Windkraftprojekt im Baselbiet sein unrühmliches, abruptes Ende gefunden hat.

Die latente Botschaft hinter diesem Bürgerentscheid ist dieselbe ernüchternde wie schon so oft davor: Energiewende ist schon gut und recht, aber sie darf für mich nicht mit persönlichen Nachteilen verbunden sein und mich idealerweise auch nichts kosten. Windparks sollen die anderen aufstellen, dort oben an der Nordsee, wo es immer Wind hat, wir dagegen ... Ja, was tun wir? Die Muttenzer Bevölkerung kann zu ihrer Verteidigung anführen, dass die Belastung durch öffentliche Infrastruktur in diesem Gebiet mit Autobahn, dem lärmintensiven Güterbahnhof und Auhafen bereits sehr hoch ist.

Doch genau das wäre das Pro-Argument gewesen. Wenn die Bevölkerung nicht einmal an dieser Stelle, wo es nicht weh tut, ein Windrad will, dann vermutlich auch nirgendwo sonst im Baselbiet, wo es mehr als nur ein (wichtiges) Symbol wie in Muttenz sein könnte.