Es ist «e glatti Rundi», sonst. Doch dieses Jahr ist alles anders im Comité 1914, das einst als Comité 2000 die Fasnachts-Szene aufmischte. Als Alternative zum alteingesessenen Fasnachts-Comité warb das neue Comité dafür, eine lustige Fasnacht fernab strenger Regeln stemmen zu können. Treibende Kraft war der Schnitzelbänkler und Anwalt Karl «Karli» Schweizer. Er erreichte das Ziel: Das Comité 2000 etablierte sich.

Jetzt ist alles anders, weil mit Karli der Kopf des Comités vergangene Woche starb. Bis zum Dienstag war unklar, ob es für das Comité 1914 eine Zukunft gibt, überhaupt geben kann ohne dessen «Herz und Hirn», wie es Vizepräsident Richard Hubler formuliert. Nach langen Sitzungen habe man aber beschlossen: «Jetzt erst recht!» Karli habe den Comité-Mitgliedern das Feuer gegeben. Und dieses solle in Form qualitativ hochstehender Verse weiterbrennen.

Das «Striggede»-Fest findet statt

Ob das auch für den bekanntesten Basler Schnitzelbank, die «Striggede», gilt, ist unklar. «Was ist ‹d’Striggede› ohne Karli?», fragt Ueli Groetzinger von der «Striggede» – und schweigt. Er sagt nur: Diese Fasnacht werde die Gruppe pausieren. Was danach geschehe, werde erst nach der Fasnacht entschieden.

Groetzingers Frage kann auch von Aussenstehenden beantwortet werden: «D’Strigedde» wäre ein sehr guter Schnitzelbank, ein bekannter, aber einer, dem das lebenswichtige Herz fehlt. Insofern ist davon auszugehen, dass sich die «Striggede» auflösen wird und der Refrain und Ohrwurm «Ynestäche ummeschloo, duurezieh und aabeloo» nur noch ab Band gehört werden kann.

Das Comité 1914 hingegen ist fest entschlossen, weiterzumachen. So werden sämtliche Aktivitäten wie geplant durchgeführt – mit dem «Striggede»-Fest auch der glamouröseste Anlass. Das Fest findet jeweils am Fasnachtsdienstag in der Safran-Zunft statt und sorgt vor allem seiner Gäste wegen für Aufmerksamkeit. Stammgast ist SVP- Stratege Christoph Blocher, der nicht nur Parteikollege von Grossrat Karli Schweizer war, sondern auch Freund. Karli war trotz seiner Krebserkrankung sicher, mit der «Striggede» auch die 36. Fasnacht erleben zu können – mit allem Drum und Dran. Und dazu gehört nebst diversen Vorfasnachtsveranstaltungen auch ein Sujet. Das diesjährige Sujet «...zämme!» boxte Karli Schweizer noch persönlich durch.

Ursprünglich stand «...zämme!» für die Angewohnheit mancher Leute, begleitet vom Wort «...zämme!» beim Gehen mit der Faust auf den Tisch zu klopfen. Jetzt bekomme es eine ganz andere, traurige Bedeutung, sagte Richard Hubler. Generell sei die Arbeit mit dem Wort in diesen schweren Tagen schwierig. Karlis Tod habe seine Freunde mitten in den Schnitzelbank-Vorbereitungen tief getroffen, sagte Hubler. Es war kaum sein letzter Auftritt als neuer Kopf der Gruppe: Obwohl er eigentlich kürzertreten wollte, wird Hubler an der GV im März wahrscheinlich zum neuen Präsidenten gewählt.

Die Voraussetzungen bringt er jedenfalls mit: Der relativ junge Hubler ist als Unternehmer, «Bruefsglaibasler» und FDPler gut vernetzt. Als Vizepräsident der «Wurzengraber» weiss er zudem, wie es ist, einer Männergruppe vorzustehen. Und als Schnitzelbänkler hat er den Witz, den es für das Amt braucht.