Bazar der Mission 21
«Wir gehen in andere Städte immer auf einen Flohmarkt»

Käthi Grüssner hilft seit 30 Jahren auf dem Flohmarkt der Mission 21 aktiv mit und hat nun ihre Tochter angesteckt. Beide sind echte Flohmi-Fans.

Céline Feller
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«Ich könnte ein Buch mit allen tollen Episoden schreiben», so Käthi Grüssner, hier mit ihrer Tochter Maureen Yarham im Raum, wo morgen Mittag der Flohmarkt startet.

«Ich könnte ein Buch mit allen tollen Episoden schreiben», so Käthi Grüssner, hier mit ihrer Tochter Maureen Yarham im Raum, wo morgen Mittag der Flohmarkt startet.

Martin Töngi

Auf den Tischen stehen Honigtöpfe, Schmuckstücke wie Ohrringe, Halsketten oder Ringe, aber auch Exotischeres wie afrikanische Rasseln oder farbenprächtige Gewänder. «Entschuldigen Sie, es ist noch nicht alles an seinem Ort», sagt Käthi Grüssner, um umgehend anzufügen: «Wir wurden am Montag schier überrannt von Leuten, die ihre Ware vorbei gebracht haben.»

Zwischen Waren platzieren und Preise für ebendiese schreiben, nimmt sich Grüssner zusammen mit ihrer Tochter Maureen Yarham Zeit, um uns zu erzählen, was sie seit 30 Jahren leidenschaftlich tut: für den Flohmarkt der Mission 21 aktiv sein. Nachdem die heute 78-Jährige jahrelang im Sport Gerspach in Basel als Verkäuferin gearbeitet hat, zog sie weg von ihrer Heimat in den Schwarzwald. «Aber ich bin mit Herz und Seele Verkäuferin und habe lange wieder etwas gesucht, bei dem ich auf diese Weise tätig sein konnte.» Bei einem ihrer regelmässigen Besuche ihrer Kinder in Basel wurde sie gefragt, ob sie sich beim jährlich stattfindenden Missions-Bazar engagieren möchte. «Ich fand dieses Angebot grossartig.» Fortan und für zirka 14 Jahre kam Grüssner jedes Jahr extra vom Schwarzwald eine Woche vor dem Beginn des Flohmis nach Basel, um zu helfen. Ihr Engagement ist ehrenamtlich, als Entschädigung gibt es ein Mittagessen. «Wissen Sie, das ist mir egal, ich mache das so gerne, die Zusammenarbeit mit den Menschen ist so toll, und wir haben es immer lustig, es macht einfach unglaublich Spass», erklärt Grüssner. Und auch ihre Tochter pflichtet bei, «dass der Spass im Vordergrund steht.»

Leidenschaftliche Flohmi-Fans

Yarham ist dieses Jahr das erste Mal ein fixer Bestandteil des rund siebenköpfigen Teams. Als sie ihre Mutter während eines der Sammeltage – das sind jeweils zwei Tage, an denen die Leute ihre Ware für den Bazar vorbei bringen können – besuchte, musste sie zusehen, wie die Team-Mitglieder, die allesamt ältere Damen sind, mühsam schwere Schachteln von A nach B tragen mussten. «Ich habe mit angepackt und ihnen geholfen. Und weil es mir so viel Spass gemacht hat, habe ich versprochen, dieses Jahr fix dabei zu sein.» Dafür hat sie eine Woche ihrer «heiligen» Ferien geopfert, lacht die seit Montag 50-Jährige.

Dass Mutter und Tochter sich gut verstehen, wird während des Gesprächs deutlich. Sie ergänzen sich nicht nur in ihren Erzählungen, sie teilen auch eines ihrer grossen Hobbys: das Besuchen von Flohmärkten. Beide sind echte Flohmi-Fans. «Wir lieben es, an Flohmärkte zu gehen, die lustige Atmosphäre zu geniessen, herumzustöbern, Trouvaillen zu suchen, und die Leute zu beobachten», versuchen sie unisono ihre Faszination zu erklären. «Wir gehen auch auf Reisen in andere Städte immer als Erstes auf einen Flohmarkt», so Grüssner. Welcher dabei der Beeindruckendste war, können die beiden Frauen nicht sagen. «Sie sind alle auf ihre Weise toll. Aber Paris war schon irrsinnig», so die Mutter.

Der diesjährige Bazar der Mission 21 bietet neben dem Flohmarkt, der im Untergeschoss des Missionshauses seinen Platz hat, auch noch eine Kaffeestube, Aufführungen im Kasperli-Theater, Kunsthandwerk oder Frischprodukte wie Konfi oder Kürbisse an. Der Erlös des Bazars kommt dieses Mal einem Alphabetisierungsprogramm in Peru zugute. «Von unserer Fundgrube fliessen 100 Prozent des vierstelligen Erlöses in das Bildungsprojekt.» Der Ertrag sei verglichen mit dem Aufwand klein, so Grüssner. Neben ihren eigentlichen Aufgaben – ihre Kernaufgabe ist das Verkaufen von antiken Stücken – betreibt sie nämlich Mehraufwand: Sie holt Ware ab, die Leute spenden wollen, aber nicht mehr selber ins Missionshaus bringen können. Grüssner lagert die Spenden in ihrem Keller zwischen, bevor sie sie eigenhändig für den Flohmi anschleppt. Um alles schön zu arrangieren, haben die Grüssners zusammen mit den anderen freiwilligen Helfern rund um Flohmarkt-Leiterin Heidi Gessler noch bis morgen Zeit. Dann startet der Bazar um 12 Uhr und dauert bis Freitag, 18 Uhr.