Was verbindet ein Basler Spital mit indischen Provinzspitälern? Die Antwort: Ordensschwestern. Das Kloster Ingenbohl in Brunnen ist sowohl die Trägerin des Basler Claraspitals, wie auch der Holy Cross Spitäler in Belatanr, Kunkuri und Ambikapur. 2011 entwickelte sich aus der blossen Gemeinsamkeit der Spitäler eine aktive Zusammenarbeit. «Ziel ist, uns über den Tellerrand hinweg zu informieren, aber auch zu engagieren», sagt Peter Eichenberger, der Direktor des Claraspitals.

Neben dem Austausch unterstützt das Basler Spital ihre Partner in Indien auch mit finanziellen Mitteln. So investierte das Claraspital in den vergangenen beiden Jahren 200 000 Franken. Dadurch konnte das Hospital in Belatanr beispielsweise die ausgestiegene Röntgenanlage ersetzen, zudem sprach das Claraspital eine Spende für dringende Renovationen im Hospital Kunkuri. Nun fliessen weitere Hilfsmittel nach Indien. Dank den Baslern, die am Claraspittel-Fest im vergangenen September feierten und dabei auch eifrig konsumierten. 16 Essenstände, ein Schauspiel, ein Zauberer und weitere Attraktionen lockte eine grosse Menschenmenge in den Spitalpark. «Wir wollten Stutz machen für einen guten Zweck«, sagt der OK-Vorsitzende des Claraspittel-Festes, Felix Rudolf von Rohr. Dies ist gelungen.

Helfen hat Tradition

Das dreitägige Volksfest im Park des Spitals erwirtschaftete einen Gewinn von 80 000 Franken. Es ist Tradition des Festes, das 1978 zum ersten Mal stattfand, den Gewinn in Hilfsprojekte zu investieren. Meist wird das Geld in ein Projekt des Klosters Ingenbohl investiert. Im Angesicht dessen und der frischen Zusammenarbeit sei es auf der Hand gelegen, dieses Mal die indischen Spitäler zu unterstützen, sagt Peter Eichenberger.

Gestern überreichte der OK-Vorsitzende Rudolf von Rohr den Check von 80 000 Franken an das Kloster Ingenbohl. Entgegen nahmen ihn zwei Indische Ordensschwestern: Schwester Elsit und Schwester Sheeja. Sie bedankten sich im Namen ihrer Ordensschwestern beim OK des Claraspittel-Festes für die Solidarität, und «für ihren Einsatz, der weit über ihre alltäglichen Aufgaben hinaus geht.» Der Check habe für die indischen Spitäler einen unschätzbaren Wert, «verbunden mit Hoffnung für die Armen und Ausgegrenzten.» 

Der Check wird überreicht.

Der Check wird überreicht.

Tuberkulose-Patienten profitieren

Mit dem Geld wird in zwei der drei indischen Partnerspitäler investiert: Im Holy Cross Hospital in Kunkuri werden 40 000 Franken für den Bau eines Diagnostikzentrums verwendet, mit Labor, Radiologie, EKG und Gastroskopie. Die andere Hälfte kommt dem Spital in Belatanr zu Gute. Von der Finanzspritze aus dem Claraspital sollen in Belatanr vor allem Tuberkulose-Patienten profitieren. Diese sind teilweise auf einen längeren Spitalaufenthalt angewiesen. Zudem müssen sie auch nach dem Spitalaufenthalt unterstützt werden, vor allem in Form von Nahrung. Gut genährt verbessern sich die Heilungschancen. Weiter wird in Belatanr ein Notfall-Zimmer neu gebaut. «Mit einem Franken kann man in Indien viel mehr erreichen, als in der Schweiz», sagt Eichenberger.

Es ist nicht zum ersten Mal, dass der Gewinn aus dem Claraspittel-Fest für ein Projekt in Indien verwendet wird. 2003 unterstützen die Organisatoren mit dem Geld den Aufbau eines Gesundheitszentrums im Nordostens Indiens. 2009, bei der 7. Ausgabe des Claraspittel-Festes, ging der Gewinn an ein Durchgangsheim in Brasilien. Rudolf von Rohr lobt die gute Zusammenarbeit mit dem Kloster Ingenbohl. Man wisse ganz genau, wohin das Geld gehe. Er ergänzt: «Jeder Franken wird zu 100 Prozent gebraucht.»