Mit dem angekündigten Rücktritt von SP-Grossrat Tobit Schäfer wird die Position als Präsident der Geschäftsprüfungskommission (GPK) vakant, heute werden die Sozialdemokraten die Nomination für seine Nachfolge beschliessen. Es wäre eine Überraschung, sollte nicht Christian von Wartburg die Geschicke der wohl wichtigsten Basler Kommission übernehmen.

Für das Amt kommen nur jene Kandidaten infrage, die bereits eine gewisse Erfahrung in der GPK mitbringen. Von den aktuellen Grossräten wären dies Ugur Camlibel, Thomas Gander, Franziska Reinhard und Otto Schmid. Camlibel gilt allerdings als Hinterbänkler und ist erst vor kurzem nach einem Ausflug zu den Grünen in die Partei eingetreten. Gander hingegen werden Ambitionen in der Justizkommission nachgesagt, wo er dereinst Tanja Soland beerben könnte. Schmid war nur wenig mehr als ein Jahr in der GPK und Reinhard ist derzeit stark in der Kulturkommission eingebunden, wo sie als Vizepräsidentin amtet.

Von Fraktionschefin angefragt

Von den aktuellen GPK-Vertretern hätten die beiden Frauen, Kerstin Wenk und Toya Krummenacher, kein Interesse gezeigt, ist zu vernehmen. Die Position stellt einige Ansprüche und ist sehr zeitaufwendig. Auch von Wartburg hat sich nicht auf eigene
Initiative beworben, vielmehr sei Fraktionschefin Beatriz Greuter an ihn herangetreten: «Das Amt ist intensiv, aber auch sehr spannend», sagt von Wartburg. Deshalb habe der Anwalt einer internen Kandidatur zugesagt. Die Wahrscheinlichkeit einer Kampfkandidatur bezeichnet er als «nicht sehr gross».

Fünf Jahresberichte hat von Wartburg bereits mitverfasst. Seit Legislaturbeginn konnte er zudem als Kommissionspräsident Erfahrungen sammeln, dies allerdings in der nicht gleich bedeutenden Regiokommission. Die GPK hingegen hat insbesondere in jüngster Vergangenheit viel Staub aufgewirbelt. Der scharfe Bericht über die BVB etwa bestimmte den Politalltag während Monaten.

Von Wartburg sagt: «Zwischen Tobit Schäfer und mir passte in dieser Zeit kein Blatt Papier. Ich werde versuchen, seinen sachlichen Stil weiterführen.» Es seien grosse Fussstapfen, die Schäfer ihm hinterlasse. Angst, sich mit Magistraten anzulegen, hat von Wartburg aber keine. «In die Politik geht man nicht, um sich beliebt zu machen. Das gilt im Besonderen für die GPK.»

Sollte die SP-Fraktion von Wartburg ihr Vertrauen aussprechen, hätte noch immer das Gesamtparlament das letzte Wort. In aller Regel werden aber die Wünsche jener Partei berücksichtigt, die arithmetisch Anspruch auf das Präsidium hat.