Gesellschaft

Wird der «Club de Bâle» dank Timm Klose zum Club de Fussbâle?

Blickt entspannt in die Zukunft: Daniela Spillmann.

Blickt entspannt in die Zukunft: Daniela Spillmann.

Unternehmerin Daniela Spillmann hat mit dem «Club de Bâle» Erfolg – und setzt Hoffnungen in ihren Sohn.

«Das hat mich verletzt», sagt Daniela Spillmann. Gemeint sind damit die Vorwürfe, die sie und der Rest des Verwaltungsrats des «Club de Bâle» sich zu Beginn anhören mussten. Eröffnet wurde der Privatclub im August 2014. Elitär sei er, die Gründer hochnäsig und die Idee vereine alle schlechten Basler Eigenschaften – oder sei gar unbaslerisch.

«Wir wurden einfach als Grosskotze abgestempelt», sagt Spillmann auch heute noch mit einem gewissen Unverständnis. Etwa eineinhalb Jahre habe es gedauert, bis der Gegenwind weniger geworden sei. Zumindest etwas weniger. «Diese Aussagen haben auch Leute davon abgehalten, bei uns Mitglied zu werden. Aber mittlerweile haben sich auch die, die sich zu Beginn schlecht über uns äusserten, bei uns umgeschaut. Basel ist ein Dorf, da spricht sich so etwas herum.»

Doch trotz dem anfänglichen Gegenwind habe sich alles gut entwickelt. Und Spillmann, die zusammen mit fünf anderen Verwaltungsräten den Club ins Leben gerufen hatte, sieht es mittlerweile nicht mehr so negativ, dass kein Hype um den Club entstand, denn «was mit einem Hype beginnt, geht auch genauso schnell wieder vorbei.» Ausserdem sei es okay, dass man für ein Projekt arbeiten muss. «Das will der Basler sehen», sagt sie heute.

Mittlerweile zählt der Club rund 130 Mitglieder, gestartet war man mit 120. Fluktuation habe es kaum gegeben. Ausser nach dem Tod von Matthias Müller, dem Präsidenten, im Sommer 2016. Danach hätten rund 10 Leute, die nur ihm zuliebe eine Mitgliedschaft hatten, diese aufgelöst. «Diese Plätze wurden aber schnell und reibungslos wieder vergeben», sagt Spillmann. Mitglieder akquirieren sei ohnehin nicht mehr nötig. «Anfangs musste ich Klinken putzen gehen. Heute kommen die Leute zu uns.» Es gäbe sogar Gerüchte um eine Warteliste, «die es aber nicht gibt und auch nie geben soll». Schliesslich sei Menge nicht immer unbedingt Qualität.

Zwei Schönheitsfehler

Dennoch sagt sie, die ihre Mode-Boutique im Spillmann-Haus per Ende 2016 geschlossen hat, um etwas kürzerzutreten und zu mehr Ruhe zu kommen, dass man nie satt werden dürfe. «Ich bin nie zufrieden.» Denn mehr Mitglieder würden auch mehr Geld bringen, welches dann wiederum in spezielle Events investiert werden könnte, von denen sie träumt: «Ich kann mir Ausstellungen oder Unplugged-Konzerte sehr gut vorstellen. Das würde super hier hinein passen. Aber vor allem Konzerte kosten schnell mal viel Geld.» Und dieses sei im Moment nicht da, auch wenn der Club seit einem Jahr selbsttragend ist.

So sei es das Ziel, 150 oder 170 Mitglieder zu haben. Bei 190 ist die Limite, weil «wir ja schlecht Mitglieder immer wieder ablehnen könnten, weil es zu voll ist.» Die Auslastung liege bereits jetzt schon bei 80 Prozent, vor allem über Mittag, wenn viele Mitglieder für Geschäftsessen vorbeikommen. Apropos Geschäfte: Schon wie beim Start zählen Leute aus den verschiedensten Branchen zu den Club-Mitgliedern.

Mit zwei Schönheitsfehlern in Spillmanns Augen: Noch sind zu wenige Mitglieder aus der Sportszene dabei – und zu wenige Frauen. Seit der Lancierung des «Club de Bâle» sind nur 20 Prozent der Mitglieder weiblich. Etwas, das Spillmann zwar versteht, aber zu dem sie auch sagt: «Da gibt es noch Potenzial.» Auch deshalb wurde im Sommer der «Frauen Circle» ins Leben gerufen. Jeden ersten Donnerstag im Monat können sich die Frauen – jene, die selber Mitglied sind, aber auch die Ehefrauen und Partnerinnen der männlichen Mitglieder – am Rheinsprung treffen auf einen Apéro und ein Nachtessen. Dieser «Stammtisch» sei so beliebt, dass die Männer gar moniert hätten, dass sie auch einen haben
wollen.

Verwaltungsrat Timm Klose

Für den zweiten Schönheitsfehler hat Spillmann ebenfalls eine Lösung gefunden. Im Sommer holte sie ihren Sohn, den Fussballer Timm Klose (ehemaliger FCB-Junior, heute bei Norwich City), mit in den Verwaltungsrat. «Natürlich war das auch ein Hintergedanke, dass mit einem jungen Fussballer wie ihm auch mehr Sportler und vor allem Fussballer zu uns kommen würden.»

Wirklich spürbar, glaubt Spillmann, werde das aber erst, wenn Klose nach Basel zurückkehre, um Fussball zu spielen. Das sei aber aktuell (noch) kein Thema. Wenn er dann aber erst einmal zurück sei, dann könne sie sich irgendwann auch zurückziehen. Bis dann geniesse sie es aber noch, Leute zueinander zu führen und ihr Baby, wie sie den Club immer wieder nennt, aus den Kinderschuhen ins Erwachsenenleben zu begleiten. Und Ideen zu verwirklichen, von denen sie viele habe.

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