Seit den Regio-Wirtschaftsstudien sind Analyse und Wirtschaftsentwicklung in der Region ein Thema. Die Regio-Studie wurde nach der 35. Ausgabe beendet. Doch jetzt kommt eine Art Nachfolge: Der gemeinsame Wirtschaftsbericht der beiden Basel. Er ist 80 Seiten dick, mit vielen Grafiken und Tabellen versehen, umfasst eine Analyse der regionalen Wirtschaft in allen Verästelungen, ein Stärke-Schwäche-Profil der Region und eine Handvoll Ideen, wie diese auf wirtschaftlichem Gebiet voranzubringen ist. Angestrebt ist auch eine enge Zusammenarbeit mit dem Kanton Jura, wie sie im Fall des Schweizerischen Innovationsparks (SIP) bereits praktiziert wird.

Zauberwort Innovation

Vieles lässt sich um das Zauberwort «Innovation» gruppieren. Nicht verwunderlich, ist doch eines der Hauptmerkmale erfolgreicher Industrien Forschung und Entwicklung. Mit dem SIP wurde nicht nur ein interkantonales Projekt geschaffen, es gibt auch Überlegungen, den Park weiter auszubauen. Wenn die Areale beim Bachgraben in Allschwil und im Jura nicht mehr reichen, werde ein weiterer Standort eventuell im Stadtkanton gesucht. Womit wir bei einem anderen grossen Thema sind: die Areale. Die bz berichtet laufend über solche Vorhaben wie etwa dasjenige in Salina Raurica (Pratteln) oder die schwach genutzten Industrieareale im Klybeck (Kleinbasel) oder Lysbüchel/Volta Nord (Grossbasel). Basel-Stadt werde alles Notwendige unternehmen, damit Unternehmen bedarfsgerechte Flächen vorfinden. Leicht anders stellt sich die Frage im Kanton Baselland, weil dort die Gemeinden Ansiedlungen verantworten.

Die beiden Halbkantone werden im Bereich der Wirtschaftsentwicklung näher zusammenarbeiten. Ende 2015 wurden die drei Organisationen Basel-Area, I-net Innovation Networks und China Business Plattform zur gemeinsamen Innovations- und Standortförderung Basel-Area.swiss zusammengeführt. Die Pflege der ansässigen Unternehmungen bleibe indessen kantonal, heisst es im Vorwort; ein direkter, interner Zugang zu den Verwaltungen sei essenziell. Neu ist also nicht die Zusammenarbeit an sich, sondern die Vertiefung und die gemeinsame Berichterstattung und Erfolgskontrolle. Neu ist auch, dass die Gründerzentren, Business Parcs, Technologie- und Innovationsparks sinnvoll koordiniert und vernetzt werden. Weiter sollen die regionale Wirtschaftsförderung Basel-Area und der Innovationspark in Allschwil vernetzt werden.

Der «Accelerator» als Turbo

Das Projekt heisst «Accelerator» und verschränkt gewissermassen Hardware des SIP (Labors) mit der Software (Expertise aus der Industrie und Basel-Area). Mit dem Accelerator sollen namhafte Forschungsprojekte in die Region geholt werden, damit sie hier erfolgreich entwickelt werden können. Angesichts der Probleme, die die Schweiz im Rahmen der Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative erwartet, dürften hierfür ganz besondere Anstrengungen nötig sein. Das Projekt Accelerator werde in diesem und im kommenden Jahr genauer definiert, und, wenn erfolgsversprechend, umgesetzt. Im Kanton Basel-Landschaft soll das Wirtschaftsförderungsgesetz grundlegend überarbeitet werden. In Basel soll eine «Gasttaxe zu Finanzierung von touristischen Produkten» eingeführt werden.Kommentar Seite 35