Herr Brutschin, was sagen sie zum Stellenabbau bei Novartis?

Christoph Brutschin: Das ist ein weiterer Ausdruck des Strukturwandels in der Branche. Er ist betriebswirtschaftlich logisch, aber für die Betroffenen tragisch. Novartis baut dort ab, wo Patente auslaufen und die Produktion eingestellt wird. Auf der anderen Seite werden 350 Stellen aufgebaut, die in Bereichen liegen, die Zukunft haben.

Es werden Arbeitsplätze für normal und tiefer qualifizierte Menschen abgebaut und solche für hochqualifizierte aufgebaut. Erschwert das die Vermittlung der Stellenlosen?

Da steht Novartis in der Verantwortung. Aus der Erfahrung in ähnlichen Situationen wissen wir, dass Novartis das verantwortungsvoll tut. Mit einem eigenen Jobcenter und mit gezielten Nachqualifikationen von Leuten, die dann intern weiterbeschäftigt werden können. Es hat in den Bereichen, in denen abgebaut wird, durchaus gestandene Berufsleute. Da wo es nicht geht, sind wir gefragt mit dem RAV. Ich bin optimistisch, aber es wird sicher Härtefälle geben.

Hochqualifizierte, das heisst auch Fachkräfte aus Drittstaaten. Verschärft sich das Problem mit den zu kleinen Kontingenten?

Einerseits brauchen wir bereits seit Januar die Bundesreserve bei den Kontingenten. Andererseits wissen wir noch nicht, ob bei jenen, die nun betroffen sind, eventuell auch Leute dabei sind, die über die Kontingente liefen und so Kontingentsplätze frei werden. Aber wir müssen das im Auge behalten und wir werden vom Bund eine genaue Situationsanalyse verlangen, was die Verfügbarkeit von Bewilligungen angeht.

Gewöhnen Sie sich mittlerweile ein wenig daran, dass in der Pharma nicht mehr alles so stabil ist wie einst und es zu solchen Um- und Abbauten kommt?

Nein. Das kann ich nicht cool nehmen. Meine Gedanken sind bei den Betroffenen. Es ist nicht das erste Mal, es ist ein Zeichen des Strukturwandels, aber es bleibt ein tiefer Einschnitt für die Menschen. Da gibt es bei mir keinen Abstumpfungseffekt.