Die Basler Messehalle 1 steht zurzeit im Zeichen von Nachhaltigkeit und Energieeffizienz. Die knapp 1300 Aussteller an der Swissbau haben ihre Stände aufgebaut – bis zum Samstag ist die Fachmesse wichtigster Treffpunkt der Bau- und Immobilienwirtschaft. Da durfte an der gestrigen Eröffnung der Bundesrat und Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann nicht fehlen.

Unter Blitzgewitter stellt er sich vor das rot-weisse Band zwischen den Aargauer Nationalrat Hans Killer und den Basler Regierungsrat Hans-Peter Wessels und greift zur Schere. Und schon ist mit dem Ribbon Cut das Eröffnungsbändeli durchgeschnitten.

Brutschin fehlt

Wer fehlt – trotz Ankündigung – ist der Basler Wirtschaftsdirektor Christoph Brutschin. Wessels liefert prompt die Erklärung. «Ich bin kurzfristig eingesprungen, weil er für die Novartis-Medienorientierung nach Bern fahren musste.» Extra für Wessels wurde die Regierungssitzung um 8.30 Uhr auf 8 Uhr vorverschoben, erzählt er.

Dann wird Schneider-Ammann von einem Unia-Vertreter aufgehalten. Die Gewerkschaft wünsche von ihm und seinen Parteikollegen, gegen das Lohndumping auf Baustellen etwas zu unternehmen.

Während Ueli Vischer, Präsident des Verwaltungsrats Messe Schweiz, hervorhebt, dass die Swissbau eine der wichtigsten Messen für Basel sei und die Kapazität der Messhalle vollkommen auskoste, freut sich Jean-Marc Devaud von Expomobilia, dass seine Firma 25 Ausstellungsstände aufbauen konnte. Peter Holenstein, ebenfalls von der Messe Schweiz, erzählt, dass im ersten Stock der Halle 1 eine Sonderschau zum Neubau der Messehalle gezeigt werde.

Projekt regional verankern

Bundesrat Schneider-Ammann wird noch immer von Fernsehkameras belagert – Swissbau-Leiter Ruedi Pfander, und Kommunikationsverantwortliche Muriel Lehmann werden nervös. Im ersten Stock wartet nämlich René Kamm, CEO der Messe Schweiz, mit seiner Rede zur offiziellen Eröffnung. Mit Herzog & de Meuron als Architekten des neuen Messebaus wolle man das Projekt regional verwurzeln. Aber auch international werde der Komplex Ausstrahlung haben.

Dann tritt Bundesrat Schneider-Ammann vor das Mikrofon. Gleichzeitig stellen sich in der hintersten Reihe über 20 Unia-Aktivisten auf die Stühle. «Jetzt stopp Lohndumping», ist erneut deren Anliegen. Im Gegensatz zur ersten Aktion wussten die Swissbau-Verantwortlichen von diesem Zwischenspiel nichts.