Euro-Airport
WLAN im Flieger: In Zürich gang und gäbe – in Basel Wunschdenken

WLAN im Flieger ab dem Euro-Airport wird von den meisten Fluggesellschaften gar nicht angeboten und ist allermeistens Zukuntsmusik.

Peter Schenk
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WLAN am Euro-Airport
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Die einzige Ausnahme bildet Eurowings, aber auch hier nur auf ausgewählten Flugzeugen.
Easyjet, mit einem Marktanteil von 59 Prozent die mit Abstand wichtigste Fluggesellschaft auf dem EAP, führt derzeit Gespräche mit Technologieanbietern für die Einführung von Internet.

WLAN am Euro-Airport

Nicole Nars-Zimmer niz

Immerhin sieben Fluggesellschaften hat das Konsumentenportal Verivox gefunden, die auf ihren Flügen ab Zürich Internetzugang anbieten. Allerdings sei der Markt noch sehr heterogen und unübersichtlich, heisst es in der Medienmitteilung dazu.

Auf dem derzeit in der Kritik stehenden Basler Euro-Airport (EAP) sieht es diesbezüglich ziemlich düster aus: WLAN ab dem EAP wird von den meisten befragten Fluggesellschaften überhaupt nicht angeboten. Die einzige Ausnahme bildet Eurowings, aber auch hier nur auf ausgewählten Flugzeugen, die keinen festen Routen zugeordnet sind. «Aktuell sind 46 von 70 ausgestatteten Maschinen aktiviert. Damit steigt die Chance, auf einem Airbus A 319 oder A 320 ab Basel Internet an Bord zu haben», so die Medienstelle.

Der Preis dafür beträgt pro Flug für reines Messaging 3,90 Euro, für Surfen inklusive Filme und Serien 6,90 Euro und für Streaming mit Filmen und Serien 11,90 Euro.

Easyjet: Zeitpunkt noch offen

Easyjet, mit einem Marktanteil von 59 Prozent die mit Abstand wichtigste Fluggesellschaft auf dem EAP, führt derzeit Gespräche mit Technologieanbietern für die Einführung von Internet. «Es ist nicht die Frage, ob, sondern wann», heisst es bei der Medienstelle zur Frage, wie es mit dem Internetanschluss ab Basel steht. Auf einen Zeitpunkt möchte man sich dort allerdings nicht festlegen.

Mit Airtime testet der Billigflieger seit September 2017 ein breites Unterhaltungsangebot für eigene Endgeräte, das später auf allen Maschinen angeboten werden soll. Ausprobieren kann man dies bisher allerdings nur ab Genf.

Die Nummer zwei auf dem EAP ist Wizz Air mit einem Marktanteil von sechs Prozent. WLAN gibt es derzeit in keiner der 103 Airbus Maschinen, aber man sei fortlaufend dran, den Service zu verbessern, sagt ein Mediensprecher auf Anfrage der bz.

Lufthansa, Nummer drei auf dem EAP, ist dran am WLAN-Thema und hat derzeit 126 von rund 170 Flugzeugen der Familie A 320 mit Internetzugang ausgestattet. Fluggäste ab Basel haben davon allerdings nichts, denn von hier fliegt die Gesellschaft lediglich mit Bombardier CRJ-900. Diese Flugzeuge verfügen über keinen Internetzugang. «Die Ausstattung ist jedoch nicht auszuschliessen, obwohl derzeit keine diesbezüglichen Pläne bestehen», spricht die Medienstelle in Rätseln.

Die niederländische KLM bietet WLAN auf ihren Langstreckenflügen mit Boeing 787 von und nach Amsterdam an. Aber auch hier schauen die Passagiere ab EAP in die Röhre. Die Pressestelle teilt mit: «Wir suchen zwar stets nach neuen Möglichkeiten, das Wifi-Angebot auszuweiten, aber nicht jetzt.»

Auch die spanische Billigfluggesellschaft Vueling verzichtet auf WLAN, kündigt aber an: «Wir wollen den Service nächstes Jahr einrichten.

Air France modernisiert

Wie Easyjet und Vueling hat Air France, mit drei Prozent Marktanteil Nummer fünf auf dem EAP, die Entscheidung für online auf seinen Flügen bereits gefällt. Im Unterschied zu Easyjet gibt es auch schon feste Termine. Die 112 Mittelstreckenflugzeuge der Klasse Airbus 318, 319, 320 und 321, von denen ein Teil ab EAP eingesetzt wird, werden ab diesen Sommer mit Internetanschluss ausgerüstet. Die neu gelieferten Boeing 787 haben schon heute WLAN. Die gesamte Flotte von Air France soll den Passagieren ab Ende 2020 WLAN bieten.

Ebenfalls angefragt wurden bei unserer Umfrage Tuifly, British Airways und Pegasus. Diese Fluggesellschaften verzichteten auf eine Antwort.