Der Staub wirbelt bei jedem Windstoss in die Luft und flimmert in der Sonne. Die Hitze, die von den Hauswänden abstrahlt und der hellbraune Pfad, sie lassen Erinnerungen hochkommen von Kolonialstädtchen in Zentralamerika. Fast schon erwartet man den Ruf einer Händlerin, die «Minutas» oder «Helados» anpreist. Doch diese schmale Piste führt nicht durch Antigua Guatemala oder einen Vorort von Culiacán oder Tegucigalpa.

Nein, es ist die Grünpfahlgasse im Herzen Basels. Und der idyllische Spaziergang ist auch nicht möglich, denn vor der Gasse bremst eine Bauabschrankung den Lustwandelnden. Wirkliche Feriengefühle kommen wohl nur bei jenen auf, die mit einem wachen Auge und etwas Phantasie daran vorbeispazieren.

Jenen, die hier wohnen oder arbeiten, dürfte die Baustelle weniger bukolische Regungen bescheren. Dafür haben sie in einigen Wochen das erste Stückchen neugestalteter Basler Innenstadt vor der Haustüre. Mit Alpnacher Quarzsandstein und Rheinwacken gepflästert. Und dann weiss man auch wieder, wo man ist, wenn man hier durchschlendert: zu Hause.