Behindertenparkplätze, die sich auf der linken Strassenseite befinden, seien für Rollstuhlfahrer nicht benutzbar. So sieht es zumindest Peter Hablützel, Initiator von Erlebnis Behinderung, in seinem Schreiben an Regierungsrat Baschi Dürr. Bei Parkplätzen auf der linken Strassenseite befindet sich das Trottoir auf der Fahrerseite. Der Rollstuhlfahrer lädt den Rollstuhl auf das Trottoir aus, was den Höhenunterschied zwischen Rollstuhl und Autositz vergrössert. Für Rollstuhlfahrer sei es folglich unmöglich, den Höhenunterschied beim Umsteigen vom Autositz auf den Rollstuhl zu überwinden, so Hablützel. Deshalb fordert er, dass Menschen mit einer Behinderung auch ohne Parkplätze in der autofreien Zone parkieren dürften.

Alternative: keine Parkplätze

«Wir sind uns dieser Problematik durchaus bewusst», sagt Jasmin Fürstenberger, stellvertretende Leiterin Kommunikation des kantonalen Bau-und Verkehrsdepartements (BVD). Es sei zwar ein Grundsatz, Behindertenparkplätze wenn möglich in Fahrtrichtung rechts zu markieren. Doch in der Innenstadt sei dies wegen der spezifischen Situation vor Ort und der räumlichen Enge nicht überall möglich. «In der Rebgasse und der Eisengasse befinden sich zum Beispiel auf der gegenüberliegenden Strassenseite Doppelbushaltestellen», sagt Fürstenberger. Die Alternative zu den Parkplätzen auf der linken Strassenseite wären gar keine Parkplätze gewesen. «Dies erschien uns und dem Behindertenforum als schlechtere Möglichkeit.» Sollten sich aber die spezifischen Situationen bei den Behindertenparkplätzen auf den linken Strassenseiten ändern, so würden sie diese entsprechend anpassen.

Ins gleiche Horn stösst Georg Mattmüller, SP-Grossrat und Geschäftsführer des Behindertenforums Region Basel. Es sei verkehrstechnisch nicht überall möglich, rechts zu parkieren. «Lieber einen suboptimalen Behindertenparkplatz als gar keinen», sagt er. Zudem würden auch viele Betroffene über die Heckklappe oder den Beifahrersitz ins Auto ein- und aussteigen. «Der optimale Behindertenparkplatz wäre mitten auf dem Münsterplatz. Da hat es auf keiner Seite ein Trottoir.» Zwar stimmt Mattmüller Hablützel in dem Punkt zu, dass es einfacher wäre, wenn man überall parkieren könnte. «Aber das ist politisch nicht möglich», sagt er. (CMF)