Heute ist es wieder soweit. Die 18. Basler Museumsnacht sorgt dafür, dass die 36 beteiligten Institutionen aus allen Nähten platzen. 200 Veranstaltungen sind zwischen 18 und 2 Uhr angesagt. Zwischen Basel, Riehen, Münchenstein, Weil am Rhein und Saint-Louis flitzen Shuttle-Busse mit den Kunst- und Kultur-Hoppern von Ort zu Ort.

Wie immer wird in dieser Nacht mehr geboten, als sonst. Oder sagen wir es so: Alle Institutionen bieten neben ihrem Hauptangebot ein Programm, das ein dichtes Erlebnis garantiert, im wörtlichen Sinne: Denn die Führungen, Workshops, Happenings sind mehr als gut besucht.

Wer da in den Dichtestress kommt, aber doch nicht verzichten möchte, für den gibt es auch Oasen der Ruhe. Beispielsweise in der Katharinenkapelle im Basler Münster. Oder Sie suchen mit dem Friedhof Hörnli einen anderen Ort der Kontemplation auf. Dort erzählt ein echter Bestatter, nicht der vom SRF, was er in seiner 39-jährigen Tätigkeit so alles erlebt hat.

Damit nun nicht alle Klaustrophoben diese Ruheinsel überschwemmen, hier noch ein anderer Tipp: Gehen Sie einfach nicht an die kuratierten Anlässe und Führungen. Sondern gehen sie im Museum dahin, wo keine Gruppen hingeführt werden. Wetten, dass vor Böcklins «Toteninsel» in der Sammlung des Kunstmuseums niemand sitzt heute Abend. Es lohnt sich, das Bild wieder mal in Ruhe zu betrachten.

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Lieber entspannt Gemälde betrachten oder abenteuerlich auf Schatzsuche gehen? Bei uns finden Sie garantiert die passende Veranstaltung.

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Warum lacht Gott?

Genug der Zweifel. Der echte Museumsnacht-Fan stürzt sich sehenden Auges ins Getümmel. Unter muesumsnacht.ch hat er sein Programm schon zusammengestellt. Eine neue Möglichkeit, sich einen individuellen Plan zusammenzustellen. Aber sie wissen ja, wie man Gott zum Lachen bringt: Erzählen Sie ihm Ihre Pläne!

Der erfahrene Kunstnachtexperte plant darum nicht zu engmaschig. Schliesslich sind die persönlichen Gespräche und überraschenden Begegnungen Teil des Spiels. Hier nun aber doch noch ein paar persönliche Tipps.

Frisch frisiert und geschminkt

Sie haben heute Abend an verschiedenen Orten die Chance, einmal die Seiten zu wechseln, ihre passive Konsumentenrolle abzustreifen. Beispielsweise in der Kunsthalle Basel. Dort erhalten Sie am Eingang ein Los mit einer Gebrauchsanleitung für eine Performance. Das Tinguely-Museum wiederum bietet jedem die Möglichkeit, seine eigene Tinguely-Skulptur zu performen. Damit das gut aussieht, können Sie zuvor ihre Haare vom Künstler San Keller frisieren lassen.

Um Verschönerung geht es auch im Antikenmuseum. Dort werden die Besucher zum Pharao geschminkt. So herausgeputzt, können Mann und Frau um Mitternacht ins Grab von Sethos l. hinabsteigen. Oder sie wechseln in den Ausstellungsraum Klingental. Dort nämlich muss eine Maske tragen, wer die Ausstellung und den nächtlichen Ball besuchen will.

Wer immer schon mal an einem Dirigentenpult stehen wollte, bekommt im Musikmuseum einen Crashkurs. Ein Höhepunkt für die Kultur- und Sportstadt Basel dürfte im Museum Kleines Klingental über die Bühne gehen. Dort spielen und boxen Musiker und Mitglieder des Boxclubs Basel um die Wette.