Im Mai 2013 wurden die letzten Bewohner des Schiessplatzes Allschwiler Weiher von der Polizei unsanft geweckt und vertrieben: die Besetzer der 1899 gebauten Anlage. Kurz nach der Räumung fuhren die Bagger auf und zerstörten den Bau. Seither ist Ruhe eingekehrt auf dem Gelände in Allschwil, das dem Kanton Basel-Stadt gehört. Doch nun zeigt eine Ausschreibung, dass Immobilien Basel-Stadt (IBS) mit der Planung vorwärts machen will. Gesucht wird eine Firma, die sich um die Landschaftsplanung kümmert.

Baufläche soll nicht wachsen

«Das Projekt zerfällt in drei Hauptteile», erklärt der Projektverantwortliche bei IBS, Alexander Grigori. Das sei zum einen die Sanierung des Schiessplatzes, der nach hundertjährigem Dauerbeschuss mit Blei verseucht ist, die Landschaftsplanung vom Weiher entlang des Dorenbachs und die Bebauung des ehemaligen Schiessplatzareals. «Für die Bebauung braucht es einen Quartierplan der Gemeinde Allschwil – und für diesen wiederum braucht es ein Projekt unsererseits», sagt Gregori. Die Allschwiler Gemeindepräsidentin Nicole Nüssli bestätigt erste Kontakte mit IBS. «Das kommt schon gut, es ist wichtig, dass dort etwas geht», so ihr knapper Kommentar.

Eines ist sicher: Allschwil soll nicht weiter in die Fläche wachsen, wenn es nach IBS geht. «Dort wo der Schiessstand war, soll weiterhin die Bebauungsgrenze liegen», zieht Gregori die Grenzen des Wünschbaren. Was genau gebaut wird, ist noch sehr unklar, damit ist es auch schwierig zu beziffern, wie viele Menschen auf dem Gelände dereinst wohnen werden: «Es ist vieles möglich, von Alterswohnungen über eine Siedlung,» sagt Gregori und will sich keine Zahlen aus der Nase ziehen lassen. «So ganz grob um die 300 Personen», genauer will er nicht werden. Wesentlich klarer dagegen sind die Pläne für das umliegende Gebiet: Der Weiher soll zugänglicher werden, als er es in seinem derzeitigen umzäunten und ummauerten Zustand ist. Und der Dorenbach soll renaturiert werden.

Sanierung: Das Blei muss weg

«Das liegt nicht nur im Interesse des Landschaftsbildes, sondern ist auch eine wichtige Hochwasserschutzmassnahme für Allschwil», sagt Gregori. Doch vor allem sollen der Bach und der Weiher «befreit» werden: «Wir wollen am Weiher und entlang des Bachs öffentlich zugängliche Flächen schaffen.» Gleichzeitig müsse man aber auch darauf achten, dass der stark genutzte Allschwiler Wald nicht noch mehr zum Anziehungspunkt für die Freunde der stadtnahen Natur werde.

An allererster Stelle stehe nun aber die Sanierung des Geländes. Entgegen erster Annahmen sei es nicht flächendeckend mit Blei verseucht. «Es gibt drei Hotspots», erklärt Gregori: «Den Kugelfang des 300-Meter-Standes, den des Pistolenstandes und einen Ort, an dem offenbar einmal Munition vergraben wurde.» Ursprünglich hatten die Planer damit geliebäugelt, den Kugelfang stehen zu lassen, als Reminiszenz an die Vergangenheit. Das gehe aber nicht, bedauert Gregori, es sei schlicht zuviel Blei in den Hügel geballert worden.

Wenn alles nach Plan verläuft, soll der Basler Grosse Rat «Anfang 2016» einen Ratschlag mit genaueren Plänen und ein Kreditbegehren erhalten. Spätestens dann müssen auch die Allschwiler Gemeindebehörden über das Vorhaben informiert sein. Wann es mit der Stille am Allschwiler Waldrand vorbei sein wird und die Bagger wieder auffahren, dazu wollte noch niemand eine Aussage machen.