Lachse

WWF bastelt Lachs aus Pappmaché für französische Umweltministerin

Mit einer aussergewöhnlichen Aktion machten am Mittwoch WWF-Mitglieder auf eine Petition zur Wiederansiedlung der Lachse im Rhein aufmerksam. Sie trugen einen Lachs aus Pappmaché über die Mittlere Brücke.

Junge Umweltschützer mit Fischkappen und blauen T-Shirts mit dem «Lachs Comeback»-Logo tragen einen Fisch aus Pappmaché über die Mittleren Brücke. Passanten und Velofahrer betrachten das Schauspiel mit Verwunderung und bekommen von Mitgliedern des WWF einen Flyer in die Hand gedrückt.

Der Grund der Aktion ist eine neue Petition des WWF, deren Unterschriftensammlung am Mittwoch startete. Der Umweltschutzverband setzt sich für die Wiederansiedlung der Lachse im Rhein ein.

Kraftwerke sind Hindernisse

Früher wurden Lachse in den Alpen geboren und schwammen als Jungfisch ins Meer. Doch zum Laichen kehren die Fische für gewöhnlich an ihren Geburtsort zurück, der sich meist im Berner Oberland befand. «Dieser Weg ist ihnen durch elsässische Kraftwerke versperrt», sagt Hansjörg Gassler, Kommunikationsleiter beim kantonalen Fischerei-Verband Basel-Stadt.

Betrieben werden diese Kraftwerke durch die französische Stromgesellschaft Électricité de France. Die Wanderhindernisse seien fehlende Fischtreppen bei den Stauwerken, sagt Gassler, dessen Verband bereits 1983 Lachse in der Schweiz anzusiedeln versuchte. Vereitelt wurde dieses Vorhaben auch den Brand bei der Schweizerhalle, bei dem viele Tiere verendeten. Nach der Katastrophe formulierte die Internationalen Kommission zum Schutz des Rheins verschiedene Ziele für den Fluss - unter anderem auch, den Rhein bis 2020 für Wanderfische durchgängig zu machen.

Gute Rückmeldungen

Dies bestätigt der Projektleiter von Lachs Comeback, Thomas Ammann vom WWF. Er habe positive Rückmeldungen auf die Lancierung der Petition bekommen, sagt er. «Die Fliessgewässer müssen passierbar miteinander vernetzt sein, das ist auch für uns Menschen wichtig.» Der Lachs gehöre zum heimischen Öko-System, deswegen sei seine Wiederansiedlung erstrebenswert. Die Petition, die zusammen mit dem französischen und holländischen WWF ins Leben gerufen wurde, soll an der in Basel stattfindenden Ministerkonferenz der Rheinanlegerstaaten der französischen Umweltministerin Delphine Batho übergeben werden.

Die Zusammenarbeit mit dem WWF sei logisch, weil ihre Anliegen sich decken, sagt Gassler. Als passionierter Fischer freue er sich natürlich über Lachse im Rhein. «Es gibt für die Energieeffizienteres nichts Besseres, als ein frischer Fisch»; sagt er lachend. Die heutige Problematik sieht als als typischer Konflikt zwischen dem Wunsch nach umweltfreundlicher Energie und dem Wunsch, den Bedürfnissen der Tiere gerecht zu werden. «Letztendlich greift der Mensch immer fremde Lebensräume ein», sagt Gassler

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