Fussball
Yakin kehrt mit dem FC Basel an den Ort des grössten Triumphes zurück

Murat Yakin kehrt am Sonntag an den Ort seines grössten Triumphes als Trainer zurück. Vor einem halben Jahr gewann der FC Basel gegen YB mit 1:0 und sicherte so dem Cheftrainer den ersten Meistertitel.

Sebastian Wendel
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Das Tor zum Titel: Fabian Frei bleibt am 29. Mai Sieger im Elfmeterduell gegen YB-Goalie Marco Wölfli und macht den FC Basel zum Meister.

Das Tor zum Titel: Fabian Frei bleibt am 29. Mai Sieger im Elfmeterduell gegen YB-Goalie Marco Wölfli und macht den FC Basel zum Meister.

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Murat Yakin kehrt am Sonntag an den Ort seines bislang grössten Triumphes zurück. Nicht an die Stamford Bridge in London, wo der FC Basel am 18. September mit dem Sieg gegen Chelsea ebenfalls eine Sternstunde erlebte. Den wichtigsten Sieg seiner noch kurzen Trainerkarriere landete Yakin am 29. Mai dieses Jahres im Berner Stade de Suisse: Das 1:0 gegen YB machte Rot-Blau zum Meister, gleichzeitig sicherte sich Yakin seinen ersten Titel als Cheftrainer.

Wir erinnern uns: Nur drei Tage vorher verlor Basel durch ein Gegentor in der Nachspielzeit bei den Grasshoppers, nochmals sechs Tage zuvor im Penaltyschiessen gegen den gleichen Gegner den Cupfinal. Yakin und der FCB drohten auch im Super-League-Endspurt alles zu verlieren. Doch Fabian Freis verwandelter Elfmeter sorgte für eine erneute Basler Meisterparty im Stadion des Erzrivalen aus der Hauptstadt. «Das war von den Emotionen her etwas vom Brutalsten, das ich je erlebt habe», sagt Yakin. Erst der späte Tiefschlag gegen GC, dann die Erlösung in Bern. «Eine Achterbahnfahrt der Gefühle, die sehr viel Kraft gekostet hat», erinnert sich der 39-Jährige.

Ebenfalls voller Emotionen war das letzte Aufeinandertreffen mit YB am 1. September. Innert einer Minute verwandelten Giovanni Sio und Marco Streller den 0:1-Rückstand in eine 2:1-Führung. «Das Stadion hat gekocht wie seit langem nicht mehr», sagte Streller nach Spielschluss. Damals reisten die Berner als Leader und mit sechs Punkten Vorsprung auf den FCB ans Rheinknie. Drei Monate später hat sich das Blatt gewendet, weil YB nach diesem 1. September in eine Krise mit fünf Niederlagen en suite stürzte: So könnte Yakins Team mit einem Sieg den neben GC härtesten Titelkonkurrenten seinerseits um sechs Zähler distanzieren.

«Ich erwarte, dass sie offensiv agieren», sagt deshalb Yakin. Und er macht auch kein Geheimnis daraus, dass seine Mannschaft zu Beginn abwartend auftreten wird. «Es wird ein ganz anderes Spiel als gegen Chelsea. Wir haben die taktischen Änderungen in den letzten Tagen trainiert. Die Mannschaft hat bewiesen, dass sie diesbezüglich sehr flexibel ist.» Einen «neuen» FCB werde man am Sonntag aber nicht sehen. «Das personelle Gerüst bis zur Winterpause steht. Alle sind fit und wollen spielen», so Yakin. Einzig im Cupspiel gegen Le-Mont-sur-Lausanne am kommenden Mittwoch werde wohl kräftig rotiert. Verzichten muss der Trainer weiterhin auf die verletzten Marcelo Diaz und Behrang Safari.

Yakin hat den Blick nach vorne gerichtet. Über den historischen Sieg unter der Woche gegen Chelsea mochte er nicht reden. «Die Gedanken daran lenken vom Wesentlichen ab, und das ist das Spiel gegen YB.» Ähnliches hörte man am Dienstag von seinen Spielern. «Die Champions League ist grossartig, aber unser Kerngeschäft bleibt die Super League. Ich habe grosse Lust auf YB», sagte Goalie Yann Sommer. Im Stade de Suisse wird aller Voraussicht nach auch Marco Streller spielen. Das Rekursgericht kam nach der Einsprache des FCB gegen die 3-Spiele-Sperre des Captains bis gestern Abend immer noch zu keinem Entscheid.