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Yakin: «Vielleicht spielen wir mit Raúl eine ganz andere Art von Fussball»

Murat Yakin über Raúl Bobadilla: «Ich sehe noch immer das gleiche Feuer in seinen Augen.»

Murat Yakin über Raúl Bobadilla: «Ich sehe noch immer das gleiche Feuer in seinen Augen.»

Murat Yakin kann am Montag in Luzern erstmals auf seinen argentinischen Stürmer Raúl Bobadilla zählen, der nach seiner Verletzung wieder fit ist. Möglicherweise wird der FCB-Trainer nun das System umstellen und mit zwei oder gar drei Stürmern spielen.

Ein Blick in die Augen von Raúl Bobadilla genüge, um den Willen zu erkennen, mit dem er sich in Europa durchsetzen wolle. Das waren Murat Yakins Worte im Sommer 2006. Damals war er offiziell Assistenztrainer bei Concordia Basel. Und Bobadilla ein 19-jähriger Stürmer aus einem Armenviertel von Buenos Aires, der die Challenge League als Katapult zu Ruhm und Reichtum nutzen wollte. Rund zwei Jahre später, nachdem Bobadilla im ersten Jahr bei den Grasshoppers 18 Treffer erzielt hatte, sagte der damalige GC-Assistent Yakin: Bobadilla werde der teuerste Transfer von der Schweiz ins Ausland.

Teuerster Auslandtransfer?

Und heute? Was sieht er in den Augen des Mannes, der in der Bundesliga nicht Fuss fassen konnte, für ein halbes Jahr nach Griechenland ausgeliehen wurde und zuletzt auch bei YB seine eigenen Sehnsüchte nur bedingt befriedigen konnte? Er sehe noch immer das gleiche Feuer in den Augen Bobadillas, sagt Yakin. «Doch das Funkeln allein reicht nicht. Neben seinen charakterlichen Eigenschaften bringt er auch sehr viel Talent mit.» Und was ist mit der Prophezeiung von wegen teuerster Transfer? «Raul war als sehr junger Spieler hinter meinem Bruder Hakan zweitbester Torschütze der Liga. Das ist enorm wertvoll. Deshalb gab es damals Angebote aus dem Osten, die astronomisch hoch waren.» Doch Bobadilla zog es nach Mönchengladbach. Rückblickend sagt Yakin, dass dieser Wechsel wahrscheinlich zu früh gekommen sei. «Trotzdem glaube ich immer noch daran, dass er der teuerste Transfer von der Schweiz ins Ausland wird.» Aber vorerst soll er ein wertvoller Spieler für den FC Basel werden. «Allein, dass er zu uns gekommen ist, zeigt, wie gross wir sind.»

«Bobadilla brennt»

Vor acht Wochen hat sich Bobadilla eine Innenband-Verletzung zugezogen. Gestern hat er erstmals das gesamte Mannschaftstraining voll mitgemacht. Yakin sagt: «Bobadilla brennt. Seine Rückkehr tut der Mannschaft gut.» Und sie eröffnet dem Taktiker Yakin nochmals neue Perspektiven. «Vielleicht werden wir mit Raúl eine ganz andere Art von Fussball spielen.» Das bedinge aber ein hohes Mass an Flexibilität. Deshalb denkt Yakin über einen Systemwechsel nach: mit Marco Streller und Raúl Bobadilla gemeinsam im Angriff. Selbst ein Dreimannsturm spielt in den Überlegungen Yakins eine Rolle. Aber nicht schon am Montag in Luzern. Dort wird der 25-jährige Argentinier erst mal auf der Bank Platz nehmen.

Apropos Luzern: Erstmals nach seinem Einstand als FCB-Trainer kehrt Yakin wieder an seine frühere Wirkungsstätte zurück. Somit schliesst sich ein erster, kleiner Kreis. Damals, am 21. Oktober, erlitt er mit dem FCB eine 0:1-Niederlage. «Ich hatte kaum Zeit, die Mannschaft auf diese Partie vorzubereiten. Ausserdem wurde in Basel in den Tagen zuvor kaum über Fussball gesprochen.» Nachdem Yakin auch sein zweites Spiel (bei Videoton) verloren hatte, startete er fulminant durch. Die Mannschaft habe sich enorm entwickelt, sagt er heute. «Ich habe viel mehr Möglichkeiten als damals.» Vor allem, weil es ihm gelungen ist, praktisch alle Kaderspieler zu integrieren. Ein nicht zu unterschätzender Aspekt. Denn am Donnerstag, beim Hinspiel im Europa-League-Viertelfinal gegen Tottenham, fehlen mit Philipp Degen und Joo-Ho Park die beiden Stammaussenverteidiger. «Dann spielen halt Kay Voser und Markus Steinhöfer», bemerkt Yakin in seiner gewohnt unaufgeregten Art.

Zurück zum Spiel in Luzern, für das Noch-FCB-Stürmer und zukünftiger Luzern-Sportchef Alex Frei in den Ausstand tritt: Die Innerschweizer haben zuletzt zwar dreimal in Serie nicht mehr verloren, doch die Differenz auf den Tabellenletzten Servette beträgt weiterhin nur sechs Punkte. Yakin findet, Luzern müsste mit dieser Mannschaft nicht dort unten stehen. «Gegen GC war Luzern sogar ebenbürtig.» Aber er sagt auch, dass sein Team einen ganz anderen Auftritt haben werde als noch vor fünf Monaten.

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