Analyse
Yakins Glanzstück: Warum der FCB zum vierten Mal Meister wurde

Die Entscheidung, Murat Yakin im Herbst zum Trainer zu berufen, war eine mutige Entscheidung, die sich für den FCB aber ausgezahlt hat. Ohne den jungen Trainer, der seinen ersten Titel gewinnt, wären wohl die Grasshoppers Meister geworden.

François Schmid-Bechtel
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Murat Yakin hat massgeblich zum Gewinn des vierten Meistertitels in Serie beigetragen.

Murat Yakin hat massgeblich zum Gewinn des vierten Meistertitels in Serie beigetragen.

Keystone

Basel, wer sonst? Diese Einschätzung vor der Saison war so logisch wie kurzsichtig. Logisch, weil der FCB der unangefochtene Branchenprimus ist. Kurzsichtig, weil der Fussball unberechenbar ist; Fussballer keine Maschinen sind, die man anwerfen kann, und der damalige Trainer Heiko Vogel trotz Double-Gewinn eine unbekannte Variable war.

Xhaka weg, Shaqiri weg und vor allem Abwehrchef Abraham und Teamleader Huggel weg. Ein enormer Substanzverlust. Aber keine ungewohnte Situation. Dem FCB ist es immer wieder gelungen, die Abgänge seiner Stars zu kompensieren. Schwerwiegender waren zwei andere Dinge: der fehlende Erfolgshunger und die Fehlbesetzung Heiko Vogel. Der Deutsche hat als Verwalter von Thorsten Finks Erbe einen ausgezeichneten Job gemacht. Aber mit der Aufgabe, ein Team neu zu formieren, war er überfordert.

Bernhard Heusler und seiner Führungscrew muss hoch angerechnet werden, dass sie sich rechtzeitig zum Trainerwechsel bewegen liessen. Warum? Weil Vogel in der Mannschaft und bei den Fans so beliebt war wie ein gegnerischer Stürmer, der den grauen Star hat. Und weil jeder Trainerwechsel auch ein Eingeständnis
eines Fehlers ist.

Murat Yakin war nicht einfach nur eine logische, sondern viel mehr auch eine mutige Entscheidung. Logisch, weil Murat Yakin ohne Job war, Basler ist und als grösstes Trainertalent der Schweiz gilt. Mutig, weil er polarisiert. Sei es wegen seines Images als Glamourboy, welches längst überholt ist. Sei es, weil er ein unabhängiger und genialer Kopf ist.

Acht Punkte betrug der Rückstand auf GC, als Yakin übernommen hatte. Elf waren es nach Yakins Debüt als FCB-Trainer. Wie er die Basler in die Erfolgsspur brachte, verdient höchsten Respekt. Ein Selbstläufer war dies jedenfalls nicht. Yakin hatte keine Anlaufzeit. Yakin hatte erst im Winter die Möglichkeit, Kader-Korrekturen vorzunehmen. Und Yakin hatte vor allem das Problem Alex Frei zu lösen. Ohne Murat Yakin würden wir auf diesen Zeilen wohl den Grasshoppers zum Titel gratulieren.