Ein Mann und eine Frau mit grauen Haaren sitzen an einem Tisch, der mit einem weissen Tuch bedeckt ist. Vor ihnen ein Apfel. Doch genau so wenig, wie wir uns hier an einem gewöhnlichen Zvieri befinden, sind die Protagonisten ein altes Ehepaar, sondern zwei junge Artisten.

Max Loong, der «Young Stage» bereits zum sechsten Mal moderiert, beschreibt den Auftritt der Gruppe «Cie. Solta» mit den Worten «modern, innovativ und kreativ» – die gleichen Worte, mit denen das einzige Schweizer Zirkusfestival für sich wirbt. Das Duo «Cie. Solta» aus Frankreich und Brasilien beeindruckt mit einfachen Mitteln. In ihrer Disziplin mischen sie die Technik der Jonglage mit witzigem Schauspiel.

Wettbewerb trifft Show

Das 2007 gegründete Festival Young Stage ist eine Plattform für internationale Nachwuchsartisten. Aus 291 Bewerbungen wurden 14 Darbietungen ausgewählt, bei denen 25 Artisten aus 15 Ländern ihr Können zeigen. Die Darbietungen werden neben dem Publikum von Fachleuten und einer Expertenjury mitverfolgt. Zum Ende der letzten Vorstellung vergibt die achtköpfige Jury, bestehend aus Vertretern der Bereiche Artistik, Tanz, Theater und Show verschiedene Preise im Gesamtwert von 10'000 Franken sowie Engagements. Das Festival dient den grösstenteils noch unbekannten Artisten als Sprungbrett.

Die Teilnehmer und die Kategorien: 

Das Trio Acrobarouf nimmt dies wortwörtlich. Mit dem Schleuderbrett katapultieren sich die drei Artisten aus Belgien, Griechenland und Frankreich in die Höhen des Zirkuszelts, oder wie das Bühnenbild unschwer erkennen lässt, auf den Mond. Seit Mittwoch sind die Artistengruppen in Basel. «Bisher ist alles planmässig verlaufen», sagt der Medienverantwortliche Roland Wegner. In den letzten Tagen probten die Artisten erstmals zusammen. Zusätzlich zu den Darbietungen wurde eine gemeinsame Einstiegs- und Schlussnummer einstudiert. «Trotz der tollen Show ist ‹Young Stage› vor allem eines: ein Wettbewerb», betont Loong. Davon ist an der Hauptprobe wenig zu spüren, die Kandidaten sitzen im Publikum und applaudieren ihrer Konkurrenz zu.

Zwei Schweizer dabei

Mit dabei sind in diesem Jahr auch zwei Schweizer. Marc Haller hebt sich mit seiner Disziplin «Comedy-Zauber» von den restlichen Nummern ab, der Bieler Mario Español zeigt eine tänzerische Darbietung auf den Händen. Nina Havel, die Loong in diesem Jahr bei der Moderation unterstützt, zeigt sich bei der Hauptprobe begeistert von den Artisten: «Das, was ich in den vergangenen Tagen miterleben durfte, lässt sich in drei Worten beschreiben: Perfektion, Disziplin und Leidenschaft.»

An der Perfektion wurde in der Hauptprobe noch gefeilt, sodass an der Premiere alles passt.

Das Nachwuchsfestival Young Stage findet vom 16. bis 19. Mai im Zelt auf der Rosentalanlage in Basel statt.