Wäre jetzt Fasnacht, würde es langweilig: Baustellen, Baustellen, Baustellen. Was an der diesjährigen Fasnacht im März bereits Sujet Nummer eins war, wäre jetzt möglicherweise gar einziges Sujet. Zwar wurde ein Spaziergang durch Basels Innenstadt schon im März unweigerlich zum Baustellen-Rundgang, doch inzwischen hat sich die Situation verschärft. Die Innenstadt gleicht einer einzigen, riesigen Baugrube.

Die Königin der Baustellen ist die Elisabethenstrasse. Seit Montag ist die Strasse zwischen Bankenplatz und Bahnhof wegen Gleisarbeiten vollständig gesperrt. Bis Ende August darf nicht einmal das Tram mehr durchfahren. Von Autos gar nicht zu reden, wobei es diese auch sonst schwer haben in der Stadt – und an der Elisabethenstrasse im Besonderen: Im Jahr 2018 wird die Achse zu einer Einbahnstrasse.

Probleme gibt es für Autofahrer schon heute – nicht nur wegen der Baustellen als solche, sondern vor allem auch wegen damit verbundenen «verkehrspolizeilichen Massnahmen»: Zahlreiche blaue Parkplätze in Zentrumsnähe werden in den kommenden sechs Monaten zu Baustellen, respektive durch entsprechendes Material belegt. Für Autofahrer, die möglichst nah an die Innenstadt fahren wollen, bedeutet das: noch länger suchen. Betroffen sind unter anderem blaue Zonen am Rümelinbachweg hinter der Heuwaage, einem Ort, der jedem Autofahrer bekannt sein dürfte, der Open-Air-Parkplätze Parkhäusern vorzieht. Parallel dazu fallen auch einige Parkplätze an der Holbeinstrasse weg; und auf der anderen Seite der Stadt wird es rund um das Universitätsspital eng mit Plätzen.

Bezahlparkplätze nicht betroffen

Es stellt sich die Frage, ob es für Bauwagen und dergleichen keine Alternative zu den blauen Zonen gibt. Nein, sagen die Verantwortlichen der involvierten Departemente. Die «Sicherheitsfrage» habe Priorität: Verkehrsteilnehmer sollen Baustellen möglichst ungehindert passieren können. «In der städtischen Enge» sei es oft unumgänglich, blaue Zonen zu opfern. Was allerdings auffällt: Weisse Bezahlparkplätze sind kaum betroffen. Und die weissen Gratisparkplätze sowieso nicht, zumal es diese ohnehin bald nicht mehr gibt.

Derzeit werden die noch bestehenden Gratisparkplätze in blaue und damit kostenpflichtige Zonen umgewandelt. Im Kleinbasel, im Grossbasler Bereich der Postleitzahl 4051 und zu einem grossen Teil im Gundeli ist die Umwandlung abgeschlossen. In den übrigen Gebieten werden die weissen Parkfelder etappenweise blau angemalt. Die Parkraumbewirtschaftung soll bis im Sommer in zwei Jahren umgesetzt sein. Dann wird es in der Stadt nur noch kostenpflichtige Parkmöglichkeiten geben.

Damit wird die Zahl der Parkkarten-Besitzer steigen. Studien über die Anzahl blauer Parkplätze auf städtischem Boden fehlen allerdings noch. Entsprechende Daten werden aber bis im Spätherbst erhoben. Nach Angaben von Marc Keller, Sprecher des Bau- und Verkehrsdepartements, berechnet man für einen Parkplatz fünf Meter. Ein 25 Meter langes Feld beinhaltet demnach fünf Plätze. Ein Augenschein vergangene Woche am Rümelinbachweg zeigte allerdings: Es quetschen sich meist mehrere Autos in ein Parkfeld rein. Seit MOntag ist dies auch dort nicht mehr möglich: Ein Parkverbotschild und Baumaterial stehen im Weg.