Das Kantonslabor hat 70 Proben an sechs Verkaufsstellen unter die Lupe genommen: Produkte ohne Zulassungsnummer wurden eingepackt und analysiert, solche mit Zulassungsnummer vor Ort kontrolliert. Die Kategorie der Biozide ist mit der neuen Chemikalienverordnung 2005 geschaffen worden; dazu zählen etwa Insektizide oder Algenmittel.

Die Neudefinition erfasst jedoch auch frühere Kosmetika wie Seifen, sofern diese beispielsweise als desinfizierend angepriesen werden. Biozide dürfen nur mit amtlicher Zulassung verkauft werden, und eine solche wird nur erteilt bei nachgewiesener Wirksamkeit und akzeptablen Nebenwirkungen für Menschen sowie Nutz- und Haustiere.

Unlauterer Wettbewerb

Betrachtet hat das Labor fünf Produktekategorien: Biozidprodukte für die menschliche Hygiene (17), Desinfektionsmittel für den Privatbereich (23), Repellentien und Lockmittel (22), Insektizide (7) sowie Biozidprodukte für die Hygiene im Veterinärbereich (1).

Alle Produkte sind im Einzelhandel erhältlich. Das Amt gibt aus Datenschutzgründen keine Produkte- und Firmennamen bekannt.

Von den 70 Proben warben 16 Proben oder 23 Prozent eindeutig mit biozider Wirkung (etwa «antibakteriell»), ohne dass eine Zulassung vorliegt. 21 der 54 als Biozide zugelassenen Produkte - also 30 Prozent - haben klare Kennzeichnungsmängel. Dazu kamen weitere Mängel wie unkorrekte Gefahrensymbole oder Stoffmengen-Angaben.

Die Beanstandungsquote von 53 Prozent sei «relativ hoch». Zwar bestehe keine unmittelbare Gesundheits- oder Umweltgefährdung; es gehe aber um unlauteren Wettbewerb. Manche Hersteller und Importeure würden die Rechtslage nicht kennen. Beanstandete Ware muss vom Markt genommen oder die Beschriftung korrigiert werden. (sda)