Zahnklinik
Zahnklinik-Arzt Marschall bekommt seine 365-Tage-Praxis

An der Centralbahnstrasse beim Bahnhof SBB soll eine doppelstöckige Zahnarztpraxis eröffnet werden. Schon früher wollte der Eigentümer Daniel Jan Marschall eine Praxis betreiben, die auch am Sonntag geöffnet ist. Ein Gericht lehnte dies jedoch ab.

Christian Mensch
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Daniel Marschall kommt zu seiner 365-Tage Zahnarztpraxis. (Symbolbild)

Daniel Marschall kommt zu seiner 365-Tage Zahnarztpraxis. (Symbolbild)

Keystone

Die Bahnhofsnähe lockt. An der Centralbahnstrasse beim Bahnhof SBB, wo bis vor kurzem ein Elektronik-Discounter seine Waren angeboten hat, soll eine doppelstöckige Zahnarztpraxis eingebaut werden. Als Bauherrin tritt die AAZ Aarauer Zahnklinik GmbH auf. Deren Eigentümer Daniel Jan Marschall ist in Basel allerdings besser bekannt als Betreiber der Zahnklinik am Aeschenplatz.

Zweite Praxis öffnen

Marschall bestätigt auf Anfrage, dass er in der Stadt eine zweite Praxis öffnen wolle für Patienten, die «am späten Abend und an Sonntagen einen Notfall haben», wie er sagt. Zahnarzt Marschall liegt seit Jahren im Clinch mit der Standesorganisation der Zahnärzte. Der Streit entzündete sich nicht nur, aber vor allem daran, dass Marschall seine Praxis auch ausserhalb der ordentlichen Arbeitszeit offenhalten wollte.

Für Notfälle haben die Zahnärzte allerdings einen Pikett-Dienst eingerichtet, doch dort ist Marschall nicht erwünscht, weil er sich der Standesorganisation verweigert. 2007 kam es zum Prozess vor dem Basler Verwaltungsgericht. Das Gericht verbot Marschall, mit angestelltem Personal an Sonntagen die Praxis zu betreiben. Marschall hat sich bis heute damit nicht abgefunden: «Das ist politisch von der Konkurrenz so gewollt», sagt er, und Basel sei die einzige Stadt mit einer solchen Regelung.»

Zahnärzte.ch im Bahnhof SBB

Der Ärger von Marschall dürfte sich erneut gestaut haben, seit sich eine Praxis unter dem Namen die Zahnärzte.ch im Bahnhof SBB eingemietet hatte – und auch am Sonntag Sprechstunden abhalten. Die Praxis im sogenannten «Gesundheitszentrum» der Railcity profitiert dabei von einer Generalklausel im Arbeitsgesetz, die an stark frequentierten Bahnhöfen die Sonntags- und Feiertagsregeln ausser Kraft setzt.

«Wir haben nach anderen Möglichkeiten gesucht und sie nun gefunden», sagt Marschall. Seine Zweitpraxis liegt zwar nur einige hundert Meter von seiner Klinik am Aeschenplatz – doch gegenüber des Bahnhofs und damit im erweiterten Bahnhofsperimeter. Antonina Stoll, Bereichsleiterin im Amt für Wirtschaft und Arbeit Basel-Stadt, bestätigt, dass die Zahnarztpraxis auch am Sonntag geöffnet sein dürfe.

Magnet für medizinische Dienstleistungen

Der Bahnhof entwickelt sich zum Magnet für medizinische Dienstleistungen. Im Bahnhofsgebäude selbst hat sich neben der Zahnpraxis auch eine Augenklinik eingemietet. Diese expandiert und richtet zweistöckig eine Aussenstelle im gleichen Gebäude ein, in das Marschall seine Zahnklinik einbaut.

Wenige Häuser weiter an der Centralbahnstrasse hat sich die Notfallpraxis Medix toujours niedergelassen, die täglich bis um 22 Uhr geöffnet hat. Und nochmals einige Häuser weiter, in der Markthalle, betreibt die Ita-Wegmann-Klinik ein Ambulatorium.

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