Steinenvorstadt

Zentrale Hotelbetriebe boomen – Kunstinteressierte kommen in Basel auf ihre Kosten

Wird sich mit seiner dunklen Fassade von den übrigen Bauten abheben: das Hotel Arthouse.

Das Designhotel «Arthouse» mitten in der Basler Innenstadt wird im Dezember eröffnet. Auch in anderen Hotels funktioniert die Kombination von Kunst und Hotellerie.

Nun ist klar, an welche Kundschaft sich das neue Hotel in der Steinenvorstadt richtet. Beim Betrieb, in dessen Planung unter anderem der Zermatter Luxushotelier Daniel F. Lauber involviert ist (die bz berichtete), wird es sich um ein Mittelklassehotel handeln. Das bestätigt der Geschäftsführer Nicolas Burgener gegenüber der bz. Im Dezember soll das Hotel eröffnet werden. «Der genaue Eröffnungstermin wird in den nächsten zwei Wochen festgelegt», sagt Burgener.

Das Hotel wird wie die AG selbst auch «Arthouse» heissen und sich primär an eine junge, kunstinteressierte Klientel richten. Dafür wollen die Hotelverantwortlichen eine Kooperation mit der Colab Gallery in Weil am Rhein eingehen. Die Galerie wurde 2006 von Edwin Fäh gegründet, dessen Familie auch ins Hotelprojekt involviert ist. Ziel der Kollaboration sei es laut Burgener, Kunstwerke im Hotel auszustellen und punktuell mit einzelnen Künstlern zusammenzuarbeiten.

Die Colab Gallery im deutschen Weil am Rhein ist spezialisiert auf Streetart-Kunst. Als Kurator waltete bis zu seinem Tod der bekannte Basler Graffitikünstler Dare. Nun könnte es gar zu einer Expansion nach Basel kommen. Wie CEO Kevin Reinhart bestätigt, seien die Galeristen durchaus an einer Zusammenarbeit interessiert. Für eine Kollaboration würde unter anderem die Erweiterung der Kundschaft sprechen. «Eine Plattform auf dem Schweizer Markt wäre für uns natürlich auch wegen der kaufkräftigen Kundschaft attraktiv», so Reinhart. Gerade mit Blick auf die Art Basel sei ein Standort auf Schweizer Boden von Vorteil.

Tendenz zu kleineren Betrieben

Mit der gezielten Verbindung von Kunst und Hotellerie gliedert sich das Hotel Arthouse in eine Reihe von spezialisierten Boutiquehotels ein, die in Basel seit geraumer Zeit entstehen. «Ich denke, es gibt einen Trend hin zu kleineren Betrieben, die sich als Boutiquehotels etablieren möchten», so Felix Hauser, der Präsident des Basler Hoteliervereins.

Boutiquehotels richten sich laut Hauser stets an ein bestimmtes Publikum, meist an junge Leute. Werte wie Individualität, Geborgenheit und eine familiäre Umgebung seien da besonders wichtig. Die Tendenz zu kleineren Betrieben hänge womöglich mit dem geringeren wirtschaftlichen Risiko zusammen. «Ich könnte mir vorstellen, dass die Zunahme der Boutiquehotels mit dem geringeren Investitionsrisiko zusammenhängt», sagt Hauser.

In Basel hat das Aufkommen der Boutiquehotels mit der Eröffnung des Hotels Nomad beim Aeschenplatz begonnen. Das war im Januar 2016. Noch im gleichen Jahr wurde mit dem Motel One am Barfüsserplatz ein weiteres Boutiquehotel eröffnet. Nun folgt das «Arthouse». Alle drei Hotels liegen mitten im Stadtzentrum. Und auch im Interdiscount-Gebäude am Marktplatz soll demnächst ein Hotel entstehen, wie diverse Medien bereits letztes Jahr berichteten.

Die Zunahme an Hotelbetrieben an zentraler Lage ist eine Entwicklung, die auch Daniel Egloff beobachtet. Der Basler Tourismus-Direktor freut sich, dass die Investition in Hotels nach wie vor rentiert. «Offensichtlich glauben die Investoren an Basel als Reisedestination.» Der Hotelneubau in der Steinenvorstadt könne als Indiz gewertet werden, dass Basel auch in Zukunft noch das eine oder andere Hotel vertrage.

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