«Jeder Standortförderer muss nun ab nach London», fordert der Zürcher Ständerat Ruedi Noser in der «NZZ». In der Nordwestschweiz haben die Kantone die Aufgabe, neue Firmen anzusiedeln, Basel Area übertragen.

«Der Brexit kam überraschend. Doch wegen der Risiken, die mit einem Umzug verbunden sind, werden sich Unternehmen nicht überstürzt entschliessen, London zu verlassen», gibt Basel-Area-Mediensprecher eine erste Einschätzung ab. Firmen mit einer grossen Forschungsabteilung müssten nicht nur den hohen Aufwand berücksichtigen, der durch den Aufbau der Labors an einem neuen Standort entsteht. Vielmehr seien auch die Forscher und deren Familien am heutigen Standort zu Hause und nicht unbedingt mobil. «Da wird der Umzug in ein anderes Land zu einem komplexen Unterfangen.»

Hauptquartiere und Start-ups

Wenn man bei Basel Area auch keinen Firmen-Exodus aus Grossbritannien erwartet, so sieht man doch andere Chancen: «Bisher war es für US-Konzerne aufgrund der gemeinsamen Sprache und Kultur natürlich, dass man das Europa-Hauptquartier in London ansiedelt», berichtet Brenzikofer. «Dies könnte sich durch die Unsicherheiten der nächsten Jahre ändern.»

Dies dürfte auch auf Start-ups zutreffen: «Derzeit ist London mit Berlin der grösste Start-up-Hub in Europa. Dies könnte sich mit dem Austritt aus der EU ändern, wenn sich Kapitalgeber überlegen, wo eine neue Firma die besten Chancen hat.» Wie weit der Markt in Bewegung gerate, werde man frühestens in einem halben Jahr sehen. Dies bedeute letztlich aber nur, dass sowohl US-Konzerne als auch Start-ups und Venture-Kapitalgeber, die sich bisher automatisch in Richtung London orientierten, auch andere Standorte evaluieren werden.

Bietet die Schweiz mit dem ambivalenten Verhältnis zur EU und der ungeklärten Umsetzung der Masseneinwanderungs-Initiative die richtigen Voraussetzungen, Vorteile aus den Marktveränderungen zu ziehen? Da bleibt Brenzikofer diplomatisch: «Als Dienstleistungsorganisation arbeiten wir im Rahmen, der uns vorgegeben ist.» Basel Area werde Grossbritannien, das bereits bisher auf dem Radar war, weiter aufmerksam beobachten.