Von den letzten drei Verkehrstoten auf Basler Strassen waren zwei Fälle auf den so genannten «toten Winkel» bei Lastwagen zurückzuführen. Entsprechend forderten Präventions-Verantwortliche am Dienstag vor den Medien Velofahrende auf, Lastwagen an Ampeln weder links noch rechts zu überholen, auch nicht legal auf Velostreifen.

Laut Unfallanalytiker Daniel Bär wird das Problem durch E-Bikes noch «verschärft», weil diese sehr schnell vorfahren könnten. Zwar hätten moderne Lastwagen immer mehr Assistenzsysteme, neuerdings auch mit seitlichen Infrarotsensoren, doch auch diese lösten das Problem beim Anfahren bei grün nicht: Dann gerieten Velos in den toten Winkel.

Verkehrssicherheitschef Martin Bischofberger hält daher auch Wartezeit-Anzeigen an Rotlichtern – andernorts für Fussgänger schon üblich – nicht für die Lösung der Velofalle neben Lastwagen. Für Bär aus praktischen Gründen ebenfalls keine Option sind völlig getrennte Spuren und Grünphasen für Velos und Motorfahrzeuge.

Vorsichtige überleben

Einzige sicher wirksame Präventionsmassnahme sei, gar nicht vorzufahren neben Lastwagen, bilanziert Bär. Toprak Yerguz, Mediensprecher des Justiz- und Sicherheitsdepartementes (JSD), hält fest: «Es bringt dem Velofahrer wenig, wenn er im Recht ist», wenn er überfahren werde.

Ein Unfallrisiko für Velofahrer sind zudem unachtsam geöffnete Autotüren. Hier mahnt die Polizei Automobilisten zur Aufmerksamkeit und Velofahrende zu Voraus- und Vorsicht. Derweil solle man in den für Velos heiklen Kreiseln in der Spurmitte radeln, um ein Überholen zu verhindern – so können Autos Velos nicht den Weg abschneiden beim Abbiegen.

Sehr hilfreich gegen Unfälle wäre überdies korrektes Zeichengeben. Laut Bär war die Ecke Riehen-/Hammerstrasse ein Unfallschwerpunkt, bis ein Linksabbiegeverbot vom Wettsteinplatz her eingerichtet wurde. Doch noch heute sei nicht allen bekannt, dass alle jede Richtungsänderung anzeigen müssten, auch in einer Kurve der Hauptspur.