Nordwestschweiz
Zirkus «Fahraway»: Gaukler spielen unter freiem Himmel

Fünf Artisten haben sich den Traum vom eigenen Zirkus erfüllt. Mit ihrem Wanderzirkus ziehen sie im Sommer durch die Nordwestschweiz. Drei Zirkuswagen und Traktoren sind bereits seit fünf Jahren dabei.

Delphine Conzelmann
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Die «Fahraway»-Wohnwagen bieten nicht nur Unterkunft, sondern lassen sich auch als Kulisse einsetzen.
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Zirkus «Fahraway»
Die fünf Artisten sind bereits seit fünf Jahren zusammen unterwegs.
Während den Sommermonaten tourt der Wanderzirkus durch die Nordwestschweiz.

Die «Fahraway»-Wohnwagen bieten nicht nur Unterkunft, sondern lassen sich auch als Kulisse einsetzen.

Zur Verfügung gestellt

Auf vier Rädern durch die Gegend ziehen, nicht wissen, was einen am nächsten Tag erwartet, und seine eigenen Visionen verwirklichen: Die fünf jungen Artisten des Wanderzirkus «Fahraway» führen ein Leben, wie es sich für echte «Gaukler» gehört – zumindest im Sommer. Dann sind sie mit ihren drei Zirkuswagen und Traktoren auf Tournee durch die Nordwestschweiz.

Das Zirkusfieber packte die fünf «Fahraway»-Artisten schon früh: Angefangen haben sie als Jugendliche im Zirkus Chnopf. Als sie das Zürcher Artistik-Ensemble 2009 verliessen, waren sie um einiges an Erfahrung reicher und vom gemeinsamen Traum erfüllt, mit einem eigenen Zirkusprogramm das Schweizer Publikum zu begeistern.

Noch etwas unorganisiert wagten sie vor fünf Jahren den Anfang: «Wir sind ziemlich spontan losgezogen. Begonnen haben wir mit einer einfachen Strassenshow», erzählt Donath Weyeneth, der Musiker der Gruppe.

Seither ist der Wanderzirkus um Einiges grösser, die Show aufwendiger geworden. In einem wichtigen Punkt blieb sich Fahraway aber treu: Die Spektakel finden noch immer unter freiem Himmel statt. «Wir wollen die Leute mitnehmen in eine andere, einfachere Zeit und nostalgische Bilder hervorrufen», sagt Weyeneth.

Autokran als Requisit

Mit «sprechenden Bildern» arbeite auch das diesjährige Programm. «Carakran» handelt von vier schrägen Figuren, die unerwartet in die Lebenswelt einer einsamen Frau einbrechen – eine Geschichte über Begegnungen und Freundschaften. «Wir arbeiten vor allem mit Stimmungen», erklärt Weyeneth das Konzept. So werden die Diabolo-, Jonglage und Akrobatikdarbietungen auch von live gespielter Musik begleitet.

Eigenwillig ist auch die Bühnenausstattung. Dieses Jahr gehört ein Kranlastwagen zu den Requisiten, einerseits ein wichtiger Bestandteil der Geschichte, andererseits als spektakuläre Aufhängevorrichtung für sämtliche Luftnummern dient. Zur Kulisse gehören aber auch drei sorgfältig restaurierten Holzwagen – einer davon ist schon seit 1920 als Zirkuswagen im Einsatz.

An die nächsten Jahre gehen die Artisten mit der gleichen Spontanität heran, wie sie begonnen haben: «Wir wissen noch nicht einmal, wie die Situation im nächsten Jahr aussehen wird», sagt Weyeneth.