Riehen

Zollfreistrasse bringt Entlastung vom Durchgangsverkehr

Durchgangsverkehr in Riehens Zentrum.

Durchgangsverkehr in Riehens Zentrum.

Die Eröffnung der Zollfreistrasse zeigt Wirkung, allerdings mehr an der Grenze zu Lörrach als im Ortskern selbst. Flankierende Massnahmen auf der Lörracherstrasse sollen weitere Entlastung bringen.

Statt 18 500 Autos vor der Eröffnung der Zollfreistrasse Anfang Oktober 2013 fahren derzeit noch täglich 12 500 Fahrzeuge über den Riehener Zoll nach Lörrach. «Für April 2014 liegt die Verkehrsreduktion bei 31 Prozent», berichtet André Frauchiger, Mediensprecher des Basler Tiefbauamts. Zumindest teilweise ist Riehen demnach, wie erhofft, bereits heute durch die Zollfreistrasse vom Durchgangsverkehr entlastet worden.

Die Zahlen stammen von der Dauerzählstelle am Zoll und betreffen die Abnahme auf der Lörrachstrasse, also der Strasse direkt vor dem Grenzübergang. Sie ist laut dem Basler Amt für Mobilität, auf das sich Frauchiger beruft, auf zwei Gründe zurückzuführen. Erstens benutzen die Verkehrsteilnehmer zwischen Lörrach und Weil am Rhein, die bisher via Lörrachstrasse und Weilstrasse fuhren, neu die Zollfreistrasse. Zweitens fliesst der Verkehr zwischen Lörrach und Basel, der bisher längs durch ganz Riehen fuhr, neu via Zollfreistrasse und Freiburgerstrasse nach Basel.

6000 Autos weniger beim Zoll

Genauer: «Der erste Effekt ist jetzt sicher der grössere, das heisst die Verkehrsabnahme längs durch ganz Riehen ist geringer als die Hälfte der Reduktion an der Lörracherstrasse.» Das bedeutet, dass von den 6000 Autos, die täglich weniger über den Zoll fahren, 2000 die Fahrt durch Riehen meiden. Frauchiger bestätigt die Schlussfolgerung, weist aber darauf hin, man wisse nicht genau, ob es wirklich 2000 Autos sind, die nicht mehr durch den Dorfkern fahren, oder ob es wesentlich weniger sind.

Für den Riehener Gemeindepräsidenten Hansjörg Wilde liegt auf der Hand, dass die Verkehrsberuhigung hauptsächlich auf den Achsen Lörracherstrasse–Weilstrasse beziehungsweise Tüllinger Hügel stattgefunden hat. «Dass diese neue Verbindung auch zu einer – wenn auch kleineren – Entlastung im Dorf geführt hat, ist trotzdem erfreulich», urteilt Wilde. Grundsätzlich wünsche auch er sich mehr Verkehrsentlastung auf der Achse Baselstrasse–Lörracherstrasse.

Um weitere Verkehrsberuhigungen zu erzielen, werde die Lörracherstrasse mit flankierenden Massnahmen umgebaut. Neben verkehrshemmenden Massnahmen setzt sich Wilde für attraktive Umsteigealternativen zum öV und eine Takterhöhung der S-Bahn ins Wiesental ein.

Für die Umgestaltung von Baselstrasse und Lörracherstrasse in Riehen stehen insgesamt 31,24 Millionen Franken zur Verfügung. Sie solle als flankierende Massnahme zur Eröffnung der Zollfreistrasse die Verkehrsreduktion in Riehen dauerhaft sichern, wie es in der Medienmitteilung zum Projekt heisst.

Laut André Frauchiger ist durchaus möglich, dass bestimmte Arbeiten wie die Sanierung der Wendeschlaufe Gartengasse bei der Fondation Beyeler oder kleine Kanalsanierungen bereits Ende 2014 beginnen, der Start der Hauptarbeiten in der Baselstrasse aber sei für Mitte 2015 geplant. Weiter teilt er mit: «Für den Bau der Gleise in der Lörracherstrasse wird ein Tramverkehrsunterbruch notwendig sein; dieser ist momentan für den Sommer 2016 vorgesehen.»

Eine weitere Entlastung Riehens ist durch die Fertigstellung des bei der Dammstrasse in Lörrach geplanten Kreisels zu erwarten. Er dürfte die Attraktivität der Zollfreistrasse weiter steigern und soll voraussichtlich im zweiten Halbjahr 2015 fertiggestellt sein. Die Gesamtkosten der dann vollständig gebauten Strasse belaufen sich laut Regierungspräsidium Freiburg auf 59 Millionen Euro.

Zu den Massnahmen, Riehen vom Durchgangsverkehr zu entlasten, gehören laut Frauchiger auch Kapazitätssteigerungen in der Freiburgerstrasse, also zwischen Zoll Otterbach und Wiesekreisel. So arbeite das Amt für Mobilität mit dem Bundesamt für Strassen daran, die Markierungen anzupassen, damit die beiden Fahrstreifen Richtung Autobahn Schweiz besser genutzt werden können.

Hafenanschluss gegen Rückstaus

Die Problematik von Rückstaus bei der Lichtsignalanlage Wiesenkreisel werde sich mit der Fertigstellung des Hafenanschlusses ändern, die für August 2015 geplant ist.

Zum verbesserten Anschluss der Zollfreistrasse an das Basler Strassennetz hat kürzlich die Riehener Grossrätin Annemarie Pfeifer (EVP) eine Interpellation eingereicht. Zu ihrem Anliegen, den Grundwasserschutz auf dem alten Teilstück der Zollfreien zu verbessern, hatte sich das Freiburger Regierungspräsidium schon im Februar mit der Einschätzung gemeldet, dass keine baulichen Anpassungen erforderlich seien.

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