Teurere Eintritte

Zolli: Der Preis steigt mit dem Angebot

Das 2015 renovierte und umgebaute Zolli-Restaurant ist mit ein Grund für die Erhöhung des Eintrittspreises.

Das 2015 renovierte und umgebaute Zolli-Restaurant ist mit ein Grund für die Erhöhung des Eintrittspreises.

Die Einzeleintritte für den Zolli-Besuch sind seit Anfang Monat teurer. Der Zoo Basel begründet die Preiserhöhung mit nicht mehr ganz so neuen Anlagen. Nicht alle Besucher können das verstehen.

Valentin Kressler, Mediensprecher des Zoos, erklärt die Preiserhöhungen mit den neuen Angeboten: «In den letzten Jahren gab es viele markante Veränderungen.» Zum Beispiel nennt er die Geigy-Anlage für Menschenaffen oder das renovierte und umgebaute Zolli-Restaurant.

Besucher zahlen den Preis

Die Gäste würden die Preiserhöhungen gut entgegennehmen, sagt er. «Diskussionsbedarf besteht bisher kaum.» Es gebe aber natürlich Einzelne, die sich darüber beschweren und nicht einverstanden sind. Der Grossteil zahle auch den Naturschutzfranken. «Für eine Bilanz ist es noch zu früh», sagt er.

Die bz hat sich schon mal umgehört. Die meisten Zoo-Besucher sind mit den neuen Preisen einverstanden. Den Zusammenhang zwischen den Erhöhungen und den gar nicht mehr ganz so neuen Anlagen sehen sie aber nicht. Ein Besucher ist davon ausgegangen, dass der Zoo finanzielle Schwierigkeiten hat und deshalb mehr verlangt. Er schlägt den Vergleich mit anderen Zoos vor. Die Eintrittspreise des mehr als doppelt so grossen Zoos Zürich sind höher, nämlich um ungefähr vier bis fünf Franken. Ihn stören die Preiserhöhungen aber sowieso nicht, da er ein Jahresabo besitzt und die Abopreise unverändert sind. Das stimmt allerdings nur noch bis Ende dieses Jahres. Auf den 1. Januar 2017 werden die Abopreise angepasst. Das Familienabo etwa kostet neu 160 statt wie bisher 140 Franken.

Eine Mutter mit zwei Kindern beschwert sich darüber, dass die Preise inklusive dem Naturschutzfranken angeschrieben sein müssen. Grundsätzlich findet sie die Idee gut, aber wenn jemand den Extrafranken nicht zahlen will, muss er das ausdrücklich erwähnen. Die Passantin schlägt vor, den Nettopreis anzuschreiben, aber auch mit Sternchen, das auf den freiwilligen Naturschutzfranken hinweist.

Erste Erhöhung seit 2009

Die «neue» Anlage für die Menschenaffen kann man schon seit mehr als drei Jahren besichtigen. Das 30-Millionen-Projekt wurde zudem ausschliesslich durch Spenden finanziert. Das im April 2015 wiedereröffnete Zolli-Restaurant erhielt eine Buvette für den schnellen Konsum und eine grössere Fläche, um draussen zu essen. Deshalb erstaunt der gewählte Zeitpunkt der Preiserhöhungen, wenn diese beiden Anlagen als Hauptgrund genannt werden. Aber: Das Elefantenhaus soll in diesem Jahr «im Wesentlichen» fertiggestellt werden. Zudem ist eine neue Pinguin-Anlage beim Vivarium geplant. Vor allem der Unterhalt und Betrieb dieser Anlagen seien kostenintensiv.

Kressler ergänzt: «Die Preise wurden schon länger nicht mehr geändert.» Die letzte Preisanpassung wurde am 1. Januar 2009 vorgenommen. Dass der Zolli in einem finanziellen Engpass wäre, verneint er. «Es geht um zeitgemässe Preise, die das heutige Angebot auch entsprechend abgelten», sagt er. «Zwei Franken aufzuschlagen innerhalb von sieben Jahren ist ziemlich moderat.» Um die Besucher über die Neuerungen aufzuklären, hat der Zoo bis Ende Juli Plakate auf- und bis Mitte September Studenten angestellt. Im Vordergrund dieser Massnamen stehen aber der Naturschutzfranken und die durch ihn unterstützten Projekte.

Neu für den Zoo sind auch die 150 Lachse im Vivarium. Und seit Mitte Juni beherbergt die Afrika-Anlage ein junges Zebra. Überdies stellt der Zoo in einer 63-seitigen Broschüre 30 seiner exotischen und markanten Bäume vor.

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