Einsparungen
Zolli-Direktor: «Wir sind sehr enttäuscht von diesem Entscheid»

Zoo-Direktor Olivier Pagan braucht mehr statt weniger Subventionen und nennt die Begründung der Regierung eine Unterstellung.

Samuel Hufschmid
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Ein Straussen-Küken mit seiner Mutter im Basler Zoo. zvg/Zoo Basel

Ein Straussen-Küken mit seiner Mutter im Basler Zoo. zvg/Zoo Basel

Jermann Zoo Basel

«Wir sind sehr enttäuscht von diesem Entscheid und können ihn weder verstehen noch nachvollziehen», sagt Zolli-Direktor Olivier Pagan, der erst vergangene Woche darüber informiert worden ist, dass der Zoo vom Kanton Basel-Stadt ab 2017 nur noch eine Million statt bisher 1,45 Millionen Franken Subventionen erhält. Auf Unverständnis stosse bei ihm insbesondere die Begründung der Regierung, die festgestellt haben will, dass der Zolli «über ausreichend Reserven und Drittmittel verfügt und im strengen Sinn nicht Anspruch auf eine Finanzhilfe hat» – sprich: Über genügend grosszügige Mäzene verfüge, die den Zolli-Betrieb mit ihren Millionenspenden aufrechterhalten. «Die Spenden haben mit dem Betrieb des Zollis nichts zu tun, sondern sind projektgebunden, beispielsweise für den Ausbau der neuen Elefantenanlage.»

Auch die Subventionen des Kantons seien klar an einen Leistungsauftrag gebunden und unbedingt nötig, damit der Zoo seine Aufgaben im Bereich Umwelt- und Naturbildung wahrnehmen könne. «Von den 50'000 Schulkindern, die jährlich gratis den Zolli besuchen, kommen über 20'000 aus Basel-Stadt. Es wird eine Herausforderung, dass wir diese Gratis-Eintritte auch weiterhin gewähren können.»

Regierungspräsident Guy Morin begründet die Kürzungen mit dem Erfolg des Zollis: «Das ist kein Statement gegen den Zolli. Das Finanzgesetz schreibt uns vor, auf die Reserven zu schauen. Dass der Zolli Reserven hat, ist eine Folge seines Erfolgs.»

Mehr statt weniger Geld nötig

Dass die Subventionsvereinbarung mit dem Kanton neu ausgehandelt werden muss, war Zolli-Direktor Pagan bewusst. «Wir haben aber mit Mehr-Einnahmen und nicht mit einer Kürzung gerechnet. Wir werden alles daransetzen, dass die Entscheidungsträger ihren Entscheid überdenken und einsehen, dass selbst die bisherigen 1,45 Millionen Franken bei weitem nicht kostendeckend sind.»