Basel
Zolli-Storch Amelios befindet sich jetzt in Spanien

Der im Zoo Basel im Frühling geschlüpfte Storch Amelios befindet sich aus seiner Reise nach Süden momentan in der Nähe von Barcelona. Ein Satellitensender, der ihm im Juli «angezogen» wurde, liefert nun aufschlussreichen Daten über seinen Flug.

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Störche auf Mülldeponie

Störche auf Mülldeponie

Zoo Basel

Ein kleiner Rucksack sendet regelmässig die Koordinaten von Zolli-Storch Amelios: Nachdem er einige Zeit in der Region zwischen Wahlen und Oberwil hin und her gependelt ist, hat er ungefähr am 24. August die Schweiz verlassen.

Amelios, der Sorgenfreie

Seinen Namen hat der Storch einem Wettbewerb zu verdanken, den der Zolli ausgeschrieben hat. Mehrere hundert Personen hatten sich mit Vorschlägen beteiligt. Der Name Amelios wurde ausgewählt, weil er aus dem griechischen übersetzt «der Sorgenfreie» bedeutet.

Amelios schlüpfte im Mai im Zoo Basel und wurde unter den 38 Jungstörchen auserwählt, den Sender zu tragen. Jungstörche, die das erste Mal in den Süden ziehen, bleiben einige Jahre dort, bevor sie wieder zurückkehren. Der Zoo Basel hofft, dass Amelios die anstrengende Reise sorgenfrei übersteht und in der Zeit bis zu seiner Rückkehr mithelfen kann, neue Erkenntnisse über den Zug der Störche zu gewinnen. (rsn)

Am 26. August durquerte er das Rhonetal. Über Montélimar, vorbei an Nîmes und Montpellier gelangte er entlang der Küste am 27. August nach Spanien. Tags darauf zog er entlang der Küste weiter und erreichte 12 Kilometer nördlich von Barcelona den Ort Cami de la Torra Negra.

Dank Storch Mülldeponie entdeckt

Die Koordinaten von Amelios ebenfalls besenderten Kollegen Sämi zeigen, dass er sich auf einer Mülldeponie in Spanien aufhält, von welcher die Organisation Storch-Schweiz bisher keine Kenntnisse hatte.
Die Deponie ist auf Google-Earth deutlich zu erkennen. Bereits in früheren Jahren gingen Ringrückmeldungen aus diesem Ort ein. Dank der punktgenauen GPS-Koordinaten und der neuen Möglichkeit, die Positionen der Störche «real» im Gelände zu betrachten, weiss man nun, dass sich auch jene Störche mit grösster Wahrscheinlichkeit auf dieser Mülldeponie aufgehalten hatten. Eine seit längerem bekannte Deponie liegt nur etwa 30 km entfernt.

Das Rätsel um den Zug der Störche

Amelios soll mithelfen, ein Rätsel zu klären. Ein grosser Teil der westwärts ziehenden Störche zieht zum Überwintern nicht mehr nach Westafrika, sondern überwintert in Spanien. Dort finden sie Nahrung in Reisfeldern, vor allem aber auf grossen Mülldeponien.

Es gilt nun herauszufinden, ob die Verhaltensänderung auf Zucht- und Auswilderungsprojekte zurückzuführen sein könnte oder ob die Mülldeponien mit grossem - leider nicht immer gesundem - Nahrungsangebot im Süden Spaniens dafür verantwortlich sind. Amelios mit der Ringnummer SG555 ist einer von insgesamt fünf Jungstörchen, die beim Projekt «SOS Storch - Storchenzug im Wandel» mit einem Sender ausgestattet wurden.