Bundestag

Zu dritt für den Wahlkreis Lörrach in Berlin – das gab's noch nie

Gerhard Zickenheiner, Armin Schuster und Christoph Hoffmann (v.l).

Normalerweise ist in Deutschland jeder Wahlkreis mit mindestens einem Abgeordneten im Berliner Bundestag vertreten. Aus dem Wahlkreis Lörrach/Müllheim, der direkt an Basel angrenzt, sind es neuerdings sogar drei. Das gab es bisher noch nie.

Der Grund dafür ist, dass der grüne Lörracher Abgeordnete und Architekt Gerhard Zickenheiner die Wahl im September 2017 nur äusserst knapp um 0,3 Prozentpunkte verpasst hatte und jetzt nachrücken konnte, weil ein grüner Bundestagsabgeordnete aus Mannheim zurückgetreten ist. Mit ihren 15,4 Prozent Zweitstimmen, die die Anzahl der Abgeordneter einer Partei bestimmt, schickten die baden-württembergischen Grünen die ersten dreizehn Politiker ihrer Landesliste nach Berlin. Zickenheiner war auf Platz 14.

Dieser fiel aus allen Wolken, als er von der Entwicklung hörte, entschloss sich aber sofort, das Mandat anzunehmen. Seit Anfang Jahr politisiert er mit den beiden anderen Bundestagsabgeordneten aus dem Wahlkreis in Berlin. Der Eine ist der CDU-Innenpolitiker und ehemalige Polizeibeamte Armin Schuster, der schon das dritte Mal das Direktmandat gewonnen hat.

Über die Landesliste der FDP war der Förster und langjährige Bürgermeister von Bad Bellingen, Christoph Hoffmann, in den Bundestag eingezogen. Hoffmann war auch engagiert in der grenzübergreifenden Zusammenarbeit in der trinationalen Agglomeration Basel. Der Wahlkreis Lörrach/Müllheim besteht aus dem gesamten Landkreis Lörrach und dem südwestlichen Teil des Landkreises Breisgau Hochschwarzwald.

Drei Politiker ergänzen sich gut

Im Unterschied zu Zickenheiner hatte Schuster bereits damit gerechnet, dass der Architekt auf der Liste nachrücken könnte. Dass der Landkreis nun mit drei Abgeordneten in Berlin vertreten ist, beurteilt Schuster als ausgesprochen positiv für die Region. Zickenheiner selber sieht das so: «Wir ergänzen uns sehr gut: Ein Innenpolitiker, ein Kommunalpolitiker und ich als Architekt und Raumplaner.»

Für den Raum Basel könnte positiv sein, dass Zickenheiner in Luzern einen berufsbegleitenden Master in Gemeinde-, Stadt- und Regionalentwicklung gemacht hat. «Ich bin in der Schweiz gut vernetzt und arbeite auch mit der Internationalen Bauausstellung Basel 2020 (IBA) zusammen», sagt er. Zickenheiner ist 57 Jahre alt und hat gerade mit seiner Partnerin einen Hof im Wiesental gekauft, wo sie Äpfel anbauen, Schafe haben und Käse machen wollen. Sein Mandat im Bundestag läuft knapp drei Jahre, wenn es denn vorher keine Neuwahlen gibt.
Gut trifft sich, dass mit Marco Jansen seit Anfang 2018 ein anderer Grünen-Politiker in sein Lörracher Büro für Architektur und Innenarchitektur eingestiegen ist, der im Landkreis Politik macht und ihm den Rücken frei hält. Zickenheiner war seit 2014 im Kreistag Lörrach vertreten, ist aber im November 2018 zurückgetreten.

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