Gastronomie

Zu enge Vorgaben: Nur wenige Interessenten wollen das neue Münster-Bistro betreiben

Perfekte Lage: Hier soll im Herbst 2018 das Bistro im Sitz des Bau- und Verkehrsdepartements eröffnen.

Perfekte Lage: Hier soll im Herbst 2018 das Bistro im Sitz des Bau- und Verkehrsdepartements eröffnen.

Gerade mal vier Bewerbungen gingen bei Immobilien Basel-Stadt für das neue Bistro am Münsterplatz ein. Demnächst soll der neue Betreiber vorgestellt werden.

Als im Frühling bekannt wurde, dass im Sitz des Basler Bau- und Verkehrsdepartements am Münsterplatz 10 ein Bistro entstehen soll, war das öffentliche Interesse gross. Bei der Vermieterin Immobilien Basel-Stadt (IBS) erwartete man nach der Ausschreibung im Mai entsprechend viele Bewerbungen für den Betrieb des Bistros, oder, wie es die «Tageswoche» damals liebevoll nannte, «Café Wessels».

Bis zum 14. Juli konnten Gastrounternehmer ihr Betriebskonzept einreichen. Nun ist die Ernüchterung da: Wie die «Schweiz am Wochenende» erfahren hat, gingen lediglich vier konkrete Bewerbungen ein. Darunter soll Kurt Steiger sein, der bis im Frühling an der Grenzacherstrasse das italienische Café «Pan e Più» betrieben hatte. Barbara Neidhart, Sprecherin von IBS, will die Zahl der Bewerbungen nicht bestätigen, nur, dass es «überraschend wenige» waren. «Ja, wir haben mehr erwartet.»

Enger Spielraum

Ein Gastro-Insider sagt, das Projekt sei zwar reizvoll, der Spielraum, den IBS vorgeben würde, aber ziemlich eng. «Das wird viele Interessierte abgeschreckt haben.» IBS sieht in denselben Räumlichkeiten über 160 Quadratmeter nebst dem Café einen Kiosk sowie einen Souvenirshop mit Infopoint von Basel Tourismus vor. Zudem sind die Öffnungszeiten klar vorgegeben: Ab 7 Uhr morgens sollen Kaffee und Gipfeli serviert werden, abends jedoch vergleichsweise früh geschlossen werden.

Zudem verpflichtet sich der zukünftige Betreiber, das Bistro im Sinne einer Belebung des Münsterplatzes auch sonntags zu öffnen, eine Aussenbewirtschaftung ist auch erwünscht. Grösster Minuspunkt: Der Einbau einer Küche ist nicht vorgesehen. «Das schränkt den Spielraum für das kulinarische Angebot sehr ein», sagt der Insider. Entsprechend sehen die eingereichten Konzepte hauptsächlich eine Auswahl vor, die sich auf Kaffee, Gipfeli und Süssgebäck am Morgen und auf Wein, Antipasti, Panini und kalte Plättli nachmittags und abends beschränkt.

Die Eröffnung ist wie gehabt im Herbst 2018 vorgesehen. Wer den Zuschlag erhält, soll laut Neidhart demnächst entschieden werden. IBS ist derzeit an der Auswertung der Bewerbungen, klärt Fragen mit den Interessierten ab, und was hinsichtlich Umbauarbeiten im denkmalgeschützten Gebäude möglich ist; an der Aussenfassade sind keine Änderungen vorgesehen.

Wie hoch der Mietzins sein wird, kann Neidhart nicht sagen. Es bestehe die Möglichkeit, dass IBS allfällige Umbauarbeiten im Innern vorfinanzieren würde, dies würde dann allerdings mit der Miete verrechnet. «Entscheidet sich der zukünftige Betreiber, die Umbauarbeiten selber zu finanzieren, wird es sich um einen marktüblichen Mietzins handeln.» Die Kosten für den Einbau von «normaler» Infrastruktur wie etwa sanitäre Anlagen übernehme der Kanton, so Neidhart.

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