Lädelisterben
Zu hohe Mieten, zu wenig Umsatz: In Basel häufen sich die Ladenschliessungen

Die Galerie Lumas und der Schuhladen Pasito in Basel ziehen aus – und sie sind nicht die einzigen.

Rahel Koerfgen
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Schliesst demnächst: Pasito an der Eisengasse.

Schliesst demnächst: Pasito an der Eisengasse.

Koerfgen Rahel

Es gibt sie durchaus, die positiven Beispiele. Etwa der Basler Modedesigner Christian Wernle, der sich im April mit seinem Label «Edel Shirt» von der Spalenvorstadt an das Gerbergässlein verschoben hat und von einem erfreulichen Geschäftsgang in der Innenstadt berichtet. Oder auch Lindt, der im August die erste Chocolate Boutique in Basel an der Freien Strasse eröffnet hat. Doch in diesen Tagen fällt vor allem eines auf: dass sich die Ladenschliessungen häufen. Dass viele Lokale leer stehen, etwa am Barfi (ehemals OVS), an der Freien Strasse (ehemals Mango) oder an der Streitgasse (ehemals Beschle).

Auf einschlägigen Immobilienportalen ist neuerdings ein Ladenlokal mit stattlichen 550 Quadratmetern Verkaufs- und Nutzfläche inklusive Lager an der Eisengasse 11 ausgeschrieben, Preis auf Anfrage. Es handelt sich dabei um jenes mehrstöckige Geschäft, wo sich heute Pasito-Fricker befindet. Der strauchelnde Schweizer Schuhhändler musste bereits 2015 sein Filialnetz ausdünnen. Nun folgt offensichtlich eine weitere «Schlankheitskur». Denn die einzige verbliebene Filiale in Luzern schloss bereits im März ihre Tore. Nun sind auch die letzten Tage von Pasito-Fricker in Basel angebrochen. Mit bis zu 70 Prozent Rabatt wird die Schuhware «verschuttet».

Und wieder hohe Mietpreise

Ein paar Schritte weiter das Tanzgässlein hinunter ein trostloser Anblick. Gerüste verdecken das Schaufenster der Galerie Lumas am Fischmarkt. Betritt man die Galerie, fällt der Blick auf das Schild «Wir machen zu», geschrieben in bunten Lettern.
Nach lediglich drei Jahren also verlässt Lumas, das «erschwingliche und zeitgenössische» Fotokunst verkauft, die Basler Innenstadt wieder. Damit bleibt in der Schweiz noch die Galerie im Zürcher Niederdorf. Der 15. September sei der letzte Tag, sagt der Verkaufsberater. Der Umsatz sei im Verhältnis zum Mietpreis zu tief gewesen.

Auch an der Rüdengasse 1 gegenüber der Hauptpost kommt es zum Auszug. Das Ladenlokal kann ab März 2019 gemietet werden, für satte 12 875 Franken im Monat. Noch bis Ende Januar ist hier «Anouk Fashion» einquartiert. Das Label hat seinen Sitz in Basel und ist mit 52 Boutiquen in der Schweiz und Deutschland präsent, vier davon in Basel. Ein Sprecher sagt: «Der Auszug hat nichts mit einem schlechten Geschäftsgang zu tun. Aber die Filiale an der Rüdengasse befindet sich in unmittelbarer Nähe zu unseren beiden Ablegern am Münsterberg, deshalb dieser Schritt.» Er fügt aber an, dass man sich das Fortführen der Filiale schon überlegt hätte, «wenn der Mietpreis ein bisschen tiefer gewesen wäre».

Update:

Am Mittwoch meldete sich Inhaberin Nina Mösch auf die Anfrage. Sie ziehe zwar an der Spalenvorstadt aus, aber sie schliesse den Laden nicht, «im Gegenteil: Wir ziehen an den Fischmarkt 1 und werden noch grösser, verwandeln uns in einen coolen Concept Store.» Das aktuelle Sortiment an Baby- und Kindermode und Spielzeug werde erweitert mit Damenmode und -schuhe, Innendeko und Design sowie Möbel und Geschenke für Frauen und Männer. Die Eröffnung von «toi et moi» am Fischmarkt ist auf den 25. Oktober angesetzt. (rak)

Die wohl traurigste Nachricht zum Schluss: Auch «toi et moi» an der Spalenvorstadt 3 schliesst demnächst seine Türen: Die Lokalität war bis vor wenigen Tagen zu einem monatlichen Mietzins von 4500 Franken ausgeschrieben. Hier verkaufte Inhaberin Nina Mösch seit 2015 spezielle Kindermode, Accessoires und Spielzeug. Den Start machte sie an der Missionsstrasse, dann ging es weiter an den Spalenberg, bevor sie an der Spalenvorstadt das ideale Domizil gefunden zu haben schien. Am Dienstag war sie für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Es bleibt zu hoffen, dass sie auch dieses Mal nur umzieht – und nicht aufgibt.

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