Herbstmesse

Zu nass: Wird das Wetter der nächsten Herbstmesse schöner?

Das Wetter war während der Messe durchzogen. Im Bild: die Bahn Swing-up auf der Rosentalanlage.

Das Wetter war während der Messe durchzogen. Im Bild: die Bahn Swing-up auf der Rosentalanlage.

An der Herbstmesse machten die Regentage den Schaustellern zu schaffen. Wenig Besucher wollten sich auf nassen Bahnen durch die Luft wirbeln lassen. Doch ist das Wetter der einzige Grund für das Ausbleiben der Kundschaft?

Als das Mässglöggli um zwölf die Messe ausläutet, trägt das kleine Karussell vor der Messehalle strahlende Kinder Runde um Runde. «Heute ist endlich perfektes Mässwetter – trocken und kalt», schwärmt Edith Walser vom Walser «Superscooter» am letzten Messe-Samstag im Inneren der geheizten Halle. Besonders die Schausteller unter freiem Himmel hätten es schwergehabt, sagt Walser und resümiert schwermütig die Regentage der ersten Messewoche.

Optimistischer blickt Standbesitzer Menz Mehlsegger auf seine dritte Messe zurück: «Die Halle war am Wochenende meist gut besucht.» Vor dem rasanten «Take-Off» reissen sich Teenager um ein Ticket. «Wir haben wetterbedingt grosse Einbussen», sagt Pilz Hürzeler, der seit zwölf Jahren im Geschäft seines Schwiegervaters arbeitet. Als Familie seien es eher die hohen Preise und weniger der Regen, die nicht mehr als ein bis zwei Besuche zuliessen, sagt die Muttenzerin Anouk Herzog. Ihre 13-jährige Tochter May erzählt von einer verregneten Fahrt auf dem «Phoenix». In der kalten Novemberluft duftet es nach gebrannten Mandeln, mittlerweile drängen sich die Besucher dicht aneinander.

«Der Regen konnte die Freude an der Herbstmesse keineswegs trüben», sagt auch der Leiter für Messen und Märkte, Manuel Staub. Im Gegenteil, man blicke auf eine reibungslose Herbstmesse ohne Zwischenfälle zurück. Und habe mit dem Messebus zwischen Kaserne und Messehalle sowie dem neu eingeführten Abfalltrennsystem zwei erfolgreiche Neuerungen eingeführt. «Es ist jedes Jahr ein Spagat zwischen Tradition und Moderne», betont Staub gegenüber der bz. Nebst 16 Neuerungen seien drei Schausteller vom Petersplatz für ihr 25-jähriges Engagement geehrt worden.

«Der Herbst mit seinen Launen gehört dazu»

Eigentlich könne man die Herbstmesse auch im Frühling abhalten, scherzt Besucherin Dilek Yilmaz mit ihrem Mann und fröstelt im Wintermantel. «Der Herbst mit seinen Launen gehört dazu», betont der Betreiber der «Calypso» auf dem Messeplatz. Die Stammkunden der rasanten Drehscheibe hätten den Wetterbedingungen auch an den stärksten Regentagen getrotzt, sagt Paul Leupi mit Stolz. Trotz wetterfesten Messebesuchern sei der Standort entscheidend. Erstmals katapultierte in dieser Saison der «Hangover» Schwindelfreie in luftige 85 Meter. «Wir sind sehr zufrieden mit dem prominenten Standort», sagen die Verantwortlichen. Die Kapsel schiesst in die Höhe. Ein junger Besucher blickt ihr wehmütig nach.

«Die Herbstmesse ist ein Stück Heimat», sagt Dave, der seit kurzem im Aargau wohnt. «Die Basler lassen sich ihre Herbstmesse nicht nehmen», beobachtet Mike Bauer, der mit seiner Virtual Reality-Bahn an künftige Medien anknüpft. Das Traditionsbewusstsein der Besucher mache die älteste Schweizer Vergnügungsmesse Jahr für Jahr auch für die Schausteller unvergleichbar, so Charles Senn, der sein Fahrgeschäft in vierter Generation betreibt und noch nie eine vergleichbar verregnete Herbstmesse erlebt habe. Obwohl man vor 70 Jahren sogar mit Schneefall habe rechnen müssen. «Die Verbundenheit zur Herbstmesse ist einzigartig», betont er.

Highlight des Jahres sei die Basler Herbstmesse auch für ihren Familienbetrieb, sagt Gina Meier, die uns kurzerhand in ihr beheiztes Tickethäuschen einlädt. «Für uns Schausteller ist der Regen eine Katastrophe», sagt Meier ernüchtert, die nebst dem «Chaos-Pendel» auch die «Wurm-Achterbahn» auf dem Petersplatz betreibt. Dieses Wochenende mache jedoch vieles wieder wett, erklärt sie.

Bei bestem Wetter flanieren auf dem Petersplatz

Weniger an den Regen, sondern an «viele strahlende Kinderaugen» erinnert sich der Betreiber eines Karussells, Simon J. Senn. Auch in diesem Jahr sei die Stimmung durchgehend gut gewesen, sagt er und drückt liebevoll ein Fahrticket in das Händchen eines zweijährigen Mädchens. Auch auf dem Petersplatz, wo gestern bei bestem Wetter flaniert worden ist, stimmt die Bilanz. «Wenn das Produkt stimmt, dann spielt das Wetter keine Rolle», ist sich Maya Surber von Bunzlauer Keramik sicher. «Wir sind sehr zufrieden», betont auch Lucie Häring-Hohler vom «Schoggimagenbrot» und reicht einem Mädchen ein Magenbrot zum Probieren.

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