Plötzlich rauschte die grüne Wand zu Boden: Am Donnerstag, 23. August, löste sich an der Schneidergasse 18 in der Innenstadt ein riesiger Efeu-Teppich. Die Pflanze hatte fast die gesamte Seitenwand des dreistöckigen Gebäudes bewachsen – nun lag sie auf dem Boden des Durchgang zum Andreasplatz. Das Gestrüpp war gegen zwei Meter hoch, verletzt wurde niemand. 

Das Grün kommt nicht zurück: Die Wand bleibt in Zukunft nackt, zumindest die oberen Stockwerke. Der Eigentümer des Hauses, Ruedi B. Brandenberger, will die Pflanze nicht mehr so hoch wachsen lassen wie bisher. 

Waldemar Gerber gibt ein Interview zur Efeu-Wand, die sich von der Mauer gelöst hat

Waldemar Gerber gibt ein Interview zur Efeu-Wand, die sich vor seinem Ladengeschäft gelöst hat.

Halb Basel kennt die Efeu-Wand beim Durchgang zum Andreasplatz. Jetzt ist sie Geschichte. Am Donnerstagnachmittag hat sie sich vom 3-stöckigen Gebäude gelöst. Verletzt wurde niemand.

Auf Anfrage der bz begründet er den Entscheid nicht mit dem kürzlichen «Absturz», sondern mit den hohen Kosten für die Pflege. Regelmässig hätten die Dachtraufe und die Fenster samt Fensterläden von neuen Trieben befreit werden müssen. Das sei nur mit einem Skylift möglich gewesen.

Pro Jahr hätten sich so rund 30'000 Franken an Kosten angesammelt, schreibt Brandenberger. Er sei als Hauseigentümer alleine für diese Auslagen aufgekommen. 

Kletterte seit fünfzig Jahren

Ein beim Rückschnitt beteiligter Gärtner wurde im Blog des Quartiervereins «Lääbe in der Innenstadt», zitiert. Er machte für das Absinken der Pflanze die grosse Trockenheit der vergangenen Sommermonate verantwortlich. Das Efeu habe sich nicht mehr am Mauerwerk festhalten können. Laut Brandenberger ist das Efeu kaum gewässert worden. 

Altersschwäche alleine dürfte keine Rolle gespielt haben für die akute Haltungsschwäche des Gewächses. Zwar habe die Pflanze die Fassade seit etwa 1970 in Besitz genommen, erinnert sich Brandenberger. Für Efeu ist das jedoch noch eher jung: Er kann mehrere hundert Jahre alt werden. 

Hauptstamm wird stehen gelassen

Immerhin: Vom Efeu-Teppich stehen noch immer zwei massive Wurzelstöcke und die Hauptstämme – und die will der Hausbesitzer stehen lassen. Der Durchgang zum Andreasplatz bleibt also wenigstens ein bisschen grün.