Petition abgelehnt

Zu teuer und nutzlos: Basler Pläne für Seilbahn über den Rhein gehen bachab

Die Petitionskommission des Grossen Rats will von den Plänen für eine Gondelbahn in Basel nichts wissen.

«Die Absage ist sehr schade, aber wir mussten damit rechnen», sagt Emmanuel Ullmann. Der ehemalige Basler GLP-Grossrat gehört zu den Initianten, die über eine Petition eine Gondelbahn für Basel angeregt haben. In einer Machbarkeitsstudie hätten verschiedene Streckenverläufe geprüft werden sollen. Doch: Die Petitionskommission des Grossen Rates hält gar nichts davon. Einstimmig empfiehlt sie dem Parlament, die Petition abzulehnen.

Inspiriert wurden die Petenten von der Seilbahn, die 1992 während der 600-Jahr-Feier «Gross- und Kleinbasel zusammen» von der Pfalz über den Rhein führte. Auch gebe es bereits in verschiedenen Städten solche Gondelbahnen. Die Petenten hätten sich davon eine Entlastung der Verkehrssituation in Basel versprochen. Seilbahnen seien umweltschonend und könnten gar als Touristenattraktionen funktionieren.

«Originell, aber sinnlos»

Für die Petitionskommission handelt es sich zwar um eine «originelle Idee». Sie lasse sich aber nicht auf sinnvolle Weise mit dem Ziel einer Entlastung der Verkehrssituation vereinbaren, schreibt Kommissionspräsidentin Tonja Zürcher (Basta) in ihrem eben veröffentlichten Bericht. ETH-Studien zeigten, dass die Leistungsfähigkeit einer Seilbahn tiefer sei als jene von etwa Bus oder Tram.

Aufgrund von Plänen in Zürich, die den befristeten Betrieb einer Seilbahn vorsehen, werden auch für Basel alleine die Baukosten auf 50 bis 60 Millionen Franken geschätzt. Hinzu komme, dass mit dem Projekt «Herzstück» ohnehin die Leistungsfähigkeit der gesamten Bahninfrastruktur im Grossraum Basel erhöht werden soll. «In diesem Zusammenhang ergibt die Ausarbeitung eines Seilbahnprojekts, welches ebenfalls hohe Investitionskosten verursachen würde, keinen Sinn», argumentiert Kommissionspräsidentin Zürcher.

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