Mütter und Väter wollen ihre Kinder in guten Händen wissen, während sie arbeiten. Doch das Personal ist knapp. Grund ist der Ausbau der schulischen Tagesstrukturen, den der Kanton Basel-Stadt vorantreibt. «In den nächsten Jahren brauen wir zusätzlich 150 qualifizierte Leute», sagt Claudia Magos, Leiterin der Fachstelle Tagesstrukturen. Mit einem ganzen Paket an Massnahmen will das Erziehungsdepartement den befürchteten Engpass verhindern. Unter anderem mit einer neuen Ausbildung für Quereinsteigerinnen.

Das Ziel ist, Berufsleute für die Ausbildung als «Fachfrau/Fachmann Betreuung» zu motivieren. Angesprochen sind Personen, die jetzt schon in den Tagesstrukturen tätig sind. «Bei uns arbeiten oft Frauen, die früher eine Berufsausbildung gemacht haben, dann Kinder hatten, aber keine pädagogische Ausbildung mitbringen», sagt Magos. Die Nachqualifikation dauert drei Jahre mit je einem Tag an der Berufsschule, dann folgt eine Prüfung für den eidgenössischen Fähigkeitsausweis.

Verbünde für Lehrstellen

Bisher wurden in den schulischen Tagesstrukturen noch keine Lehrlinge ausgebildet. Das soll nun möglich werden. Für den eidgenössischen Fähigkeitsausweis als «Fachperson Betreuung Kinder» sind allerdings Erfahrungen in Tagesstrukturen und in der Tagesbetreuung gefordert. Wer also in einer Tagesstruktur Kinder ab dem Kindergartenalter betreut, braucht ein Jahr Erfahrung mit Kleinkindern im Vorschulalter in der Kinderkrippe. Damit das klappt, werden Verbünde von Tagesheimen und Tagesstrukturen aufgebaut.

«Das ist ganz neu und für uns nun eine grosse Herausforderung, Kitas zu finden, die mit den schulischen Tagesstrukturen zusammenarbeiten wollen», sagt Magos. Zusätzliches Personal mit sozialpädagogischem Hintergrund wird es aber auf allen Stufen brauchen, auch auf der Ebene der Leitungen der Tagesheime und Tagesstrukturen. Darum startet die Berufsfachschule diesen Sommer erstmals mit einer Weiterbildung zur diplomierten Kindererzieherin mit höherem Fachhochschulabschluss. (hpa)