Das Siegerprojekt ergänze die bestehenden Gebäude ideal, sagte der Basler Kantonsarchitekt Beat Aeberhard am Donnerstag vor den Medien. Zusammen mit dem Bau- und Verkehrsdepartement sowie Immobilien Basel-Stadt hatte die federführenden Baugenossenschaft wohnen&mehr sieben Architektur- und Freiraumteams mit einer städtebaulichen Studie beauftragt.

Um einen grossen Wohnhof als Begegnungsort sieht das Siegerprojekt elf zusammenhängende Häuser vor, die unterschiedlich gestaltet sind und bis zu sieben Geschosse haben. Geplant ist ein breiter Mix an unterschiedlich grossen Wohnungen mit bis zu fünf Zimmern, wie Andreas Courvoisier von wohnen&mehr sagte. Entstehen soll dabei insbesondere günstiger Wohnraum für Familien und ältere Menschen.

In einem Gebäude soll zudem ein Wohnmodell umgesetzt werden, das stark auf gemeinschaftlich genutzte Räume und ein Zusammenleben mit Austausch fokussiert. Zwischen dem Wohnblock und dem derzeit im Bau befindlichen neuen Spitalgebäude sollen mehrere zweistöckige Pavillons und eine öffentliche Freifläche entstehen.

Realisieren will die Baugenossenschaft die Neubauten in zwei Etappen. In einem ersten Schritt sollen Häuser mit insgesamt 270 Wohnungen entstehen. Später sollen die weiteren Gebäude mit 100 Wohnungen gebaut werden. Nebst dem Siegerteam arbeiten zwei weitere Architektenbüros an der Gestaltung der einzelnen Häusern mit.

Wohnraum für Studierende

Das bestehenden Spitalgebäude soll zudem wie geplant umgenutzt werden. Weitere 130 Wohnungen sind dort geplant. Bis im Frühjahr 2018 arbeiten sechs Planerteams Projekte dafür aus. Nebst Wohnraum und einer Tiefgarage mit rund 200 Plätzen sind im Kleinquartier Flächen für Kleingewerbe und Dienstleister wie Restaurants, Fitnesscenter, Ateliers sowie einen Doppelkindergarten reserviert.

Erhalten bleiben soll zudem das alte Spital-Verwaltungsgebäude. Keine Nachnutzung ist entgegen ersten Plänen indes für die beiden alten Personalhäusern geplant, die derzeit als Flüchtlingsheim und Studentenhaus genutzt werden. In diesem Arealteil will wohnen&mehr in der zweiten Bauetappe Wohnraum für Studierende schaffen.

Nach derzeitigen Berechnungen soll die Realisierung des Gesamtprojektes 240 Millionen Franken kosten. Finanzieren will dies wohnen&mehr laut Präsident Richard Schlägel über Gelder von Stiftungen, Wohngenossenschaften und Privaten. Vom angestrebten Eigenkapital von etwa 48 Millionen Franken sei derzeit rund die Hälfte beisammen.

Aus Felix-Platter-Areal wird Westfeld

Mitte 2019 soll der Rückbau der bestehenden Gebäude beginnen. Der Bezug der ersten Wohnungen ist ab 2021/2022 vorgesehen. Die zweite Bauetappe soll ab etwa 2024 realisiert werden. Zunächst soll die Regierung im Sommer 2018 den Bebauungsplan zweiter Stufe verabschieden. Durchgeführt werden muss zudem das Baubewilligungsverfahren.

Im Zuge der Transformation vom Spitalgelände zu einem «Quartier im Quartier» nennen die Verantwortlichen das Felix-Platter-Areal zudem in Westfeld um. Der neue Name beziehe sich einerseits auf die Lage im Westen der Stadt sowie auf das städtebauliche Konzept mit der grossen, öffentlichen Scholle.