EM2N hat sich mit seinem Projekt gegen nationale und internationale Konkurrenz durchgesetzt, wie das Bau- und Verkehrsdepartement des Kanton Basel-Stadt am Mittwoch bekannt gab. Für die die Teilnahme am Wettbewerb haben sich 125 Generalplanerteams beworben. Eine Jury wählte 22 Teams aus, von denen schliesslich zwei in eine separat entschädigte Überarbeitungsrunde kamen.

Die Jury setzte das Siegerprojekt mit grosser Mehrheit auf den ersten Rang. Der Entwurf überzeugte gemäss Communiqué sowohl in städtebaulicher und architektonischer wie auch in funktionaler, betrieblicher, energetischer und wirtschaftlicher Hinsicht.

Künftig ausserhalb der Altstadt

Das Staatsarchiv mit seinen 20 Laufkilometer Akten und Dokumenten und das Naturhistorische Museum mit einem Bestand von 7,7 Millionen Objekten befinden sich derzeit noch in sanierungsbedürftigen historischen Gebäuden auf dem Basler Münsterhügel. Sie leiden unter Platzmangel.

Ausserhalb der Altstadt beim Bahnhof St. Johann im aufstrebenden Westen Basels sollen beide Institutionen einen neuen, gemeinsamen Standort erhalten. Der Kanton hat dafür der SBB bereits ein bisher als Lagerfläche genutztes Areal abgekauft.

Das als Speicher des Wissens konzipierte Siegerprojekt sieht ein rund 200 m langes, 28 m breites und 18 m hohes Gebäude mit je fünf unter- und oberirdischen Geschossen vor. Den Abschluss auf der einen Seite bildet ein 40 m hoher Turm, in dessen verglastem Dachgeschoss eine öffentliche Bar eingerichtet werden soll.

Der Zugang zu Archiv und Museum mit einer Geschossfläche von insgesamt 35'000 m2 erfolgt über eine grosszügige, gemeinsame Eingangshalle. Diese soll der Bevölkerung auch unabhängig von den Institutionen zur Verfügung stehen.

Bevor der Neubau in Angriff genommen werden kann, muss der Grosse Rat den dafür nötigen Kredit bewilligen. Der Regierungsrat hat vor zwei Jahren ein Kostendach von 190 Millionen Franken festgelegt.

Ebenfalls 2013 hat das Kantonsparlament mit grossem Mehr 11 Millionen Franken für die Projektierung bewilligt. Nur die SVP war gegen das Vorhaben, weil es überdimensioniert sei.

Eröffnung für 2022/23 geplant

Wenn alles rund läuft, sollen die Bauarbeiten 2018 aufgenommen und 2021 abgeschlossen werden. Nach den individuellen Einrichtungsphasen für Archiv und Museum soll der neue Kulturkomplex 2022/23 eröffnet werden.

In den denkmalgeschützten Berri-Bau, in dem sich das Naturhistorische Museum heute befindet, soll dereinst das Antikenmuseum einziehen. Das alte Staatsarchiv soll nach der Sanierung von der Verwaltung genutzt werden.