Die Klybeckinsel im Basler Hafengebiet wurde im Grossen Rat schon als «eierlegende Wollmilchsau» betitelt. Hier soll die Stadt sich ganz neu erfinden, je nachdem, wem man zuhört, soll eine Hochhaussiedlung entstehen, günstiger Wohnraum im verkehrsbefreiten Quartier oder gar eine Schutzzone für Vögel. Die Insel, von der sich der Hafen in den nächsten Jahren gänzlich zurückziehen will, weckt Begehrlichkeiten bei Politikern, Stadtentwicklern und ganz normalen Anwohnern.

Wegen kaum eines Stückchens Land wird in Basel so heiss gestritten, demonstriert und diskutiert, wie um dieses kleine Eiland und um die anliegenden Teile des Rheinhafens. Dort sorgen alleine schon die Ansprüche verschiedener Zwischennutzer für hitzige Debatten und polizeiliche Zwangsmassnahmen.

Neuer Ansatz der Studenten

Nun mischen sich auch noch Zürcher Studenten der Eidgenössichen Technischen Hochschule (ETH) in die Debatte ein. Sie allerdings interessieren sich weniger für die Bebauung und die Bewohner, als vielmehr für das Drumherum. Denn bei der Projektgruppe rund um Philipp Urech handelt es sich um Studierende des Instituts für Landschaftsarchitektur. Die Studenten waren im letzten Semester mehrfach in Basel und lernten anhand des Projekts den Umgang mit den neusten technischen Möglichkeiten des «Landscapings».

In verschiedenen Gruppen entstanden völlig unterschiedliche Ansätze. Das interne Siegerprojekt nennt sich «Beach Bank Basel» und sieht am südlichen Rheinufer eine öffentlich begehbare Uferzone vor, die als Park gestaltet wird (Visualisierung oben). «Ein dichteres Basel verlangt auch nach einem urbanen Park um Lebensqualität und Image der Region zu erhöhen», schreiben die Verfasser. Damit sei auch eine Rückkehr zur Zeit vor der Hafenwirtschaft verbunden. Denn die Klybeckinsel war einst dicht bewaldet.

Der Park soll in einen Uferbereich übergehen, der einen flachen Strand für die Rheinschwimmer bietet und ein Paradies für Sonnenbadende sein soll. Am Sonnenbaden waren gestern wohl auch die meisten zuständigen Mitarbeiter der Basler Kantonsverwaltung, die zum Thema angefragt wurden. Zu einem Statement zu bewegen war jedenfalls niemand.

Dass die Zürcher Studierenden sich ausgerechnet an ein Stück Basel gewagt haben, das dermassen heiss diskutiert wird, ist kein Zufall: In der Schweiz sind urbane Entwicklungsgebiete, die auch einen grossen Grünflächenanteil bieten sollen, nicht eben dicht gesät. Ganz ohne Aussage zur zukünftigen Bebauung der Gegend liessen es die ETH-Studenten übrigens doch nicht bewenden: Als Grundannahme für alle Studien wurden eines oder mehrere höhere Gebäude im Zentrum der Klybeckinsel angenommen, sowie eine zusätzliche Verbindung über den Rhein ins Grossbasel.

Ein Hügel auf der Insel

Die Entwürfe der einzelnen Studiengruppen zeigen teils originelle Ansätze. So will etwa eine Gruppe die Silos stehen lassen, aber für neue Nutzungen, wie etwa gastronomische Angebote oder Duschen und Garderoben für das Strandbad umbauen.

Ebenfalls originell ist der Vorschlag, im Zentrum der Insel einen flachen Hügel aufzuschütten und darum herum einen Weg durch einen Park anzulegen.